Washington - Der Irak hat nach Einschätzung von Geheimdienstexperten Afghanistan als "Trainingsplatz" für die nächste Generation "professionalisierter" Terroristen abgelöst. Sie fänden im Irak Gelegenheit zum Üben, Rekrutieren neuer Kräfte und zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten, heißt es nach US-Medienberichten vom Freitag in einem Bericht des National Intelligence Council, einer Denkfabrik für den Geheimdienst CIA.

Der Irak sei derzeit ein Magnet für internationalen Terrorismus, stellt das Gremium in seiner über 100 Seiten umfassenden Analyse der Sicherheitslage in den nächsten 15 Jahren fest. Es sei zu erwarten, dass Terroristen, die im Irak überlebten, sich im Laufe der Zeit auf andere Länder verteilten. Diese "erfahrenen Überlebenden" könnten in naher Zukunft die derzeitigen Führer der Terrororganisation El Kaida ablösen und "im internationalen Terrorismus eine Hauptrolle übernehmen". Generell sagen die CIA-Berater voraus, dass El Kaida bis 2020 durch "ähnlich inspirierte, aber diffusere islamische Extremistengruppen" ersetzt werde.

US-Präsident George W. Bush hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass der Irakkrieg eine "Schlüsselbedeutung" im globalen Kampf gegen den Terror habe. Die Expertengruppe stellt hingegen heraus, dass das Kriegschaos Terroristen geholfen habe, im Irak Zuflucht zu finden. (APA/dpa)