Wien - Der Historiker Gerald Stourzh, der Verfasser des in der bisher vierten Auflage auf knapp 800 Seiten angewachsenen Standardwerks über den österreichischen Staatsvertrag, beschreibt 1955 als Österreichs "annus mirabilis". Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlangte das Land seine volle Souveränität wieder. Im folgenden die wichtigsten Stationen des Jahres 1955:

12. -15. April Verhandlungen einer österreichischen Regierungsdelegation in Moskau führen zum "Moskauer Memorandum", in dem sich Österreich zu einer Neutralität nach Schweizer Vorbild verpflichtet.

15. Mai Unterzeichnung des "Staatsvertrages betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich" im Oberen Belvedere

7./8. Juni Ratifizierung des Staatsvertrags durch den Nationalrat und einen Tag später durch den Bundesrat; im Anschluss Unterzeichnung durch Bundespräsident Theodor Körner

27. Juli Frankreich hinterlegt als letzte der Signatarmächte die Ratifikationsurkunde in Moskau. Damit In Kraft-Treten des Staatsvertrags und Ende der Tätigkeit der der Alliierten Kommission für Österreich, Österreich wird souverän

25. Oktober Ende der 90-tägigen Räumungsfrist (ab In Kraft-Treten) für die Besatzungstruppen

26. Oktober Beschluss des Neutralitätsgesetzes Österreichs durch den Nationalrat

6. Dezember Anerkennung der Neutralität durch die vier Signatarmächte des Staatsvertrages

14. Dezember Aufnahme Österreichs in die Organisation der Vereinten Nationen

(APA)