Bregenz - Mit "Mobil im Ländle" überschreibt die Vorarlberger Landesregierung ihr neues Verkehrskonzept. Die Mobilität soll erhalten bleiben, so Verkehrslandesrat Manfred Rein (VP) bei der Präsentation, nur bei der Wahl der Verkehrsmittel müsse sich einiges ändern. "Umsteigen auf Bahn und Bus, auf das Rad" rät der Politiker. Geplante und umstrittene Straßenbau-Großprojekte wie den Bau der zweiten Tunnelröhre durch den Pfänder, einen Straßentunnel zwischen Feldkirch und Liechtenstein und die S18 will man aber dennoch realisieren.

Mehr Busse und mehr Radwege

Das Verkehrskonzept liefert erstmals Zahlen. Herr und Frau Vorarlberger sind gerne unterwegs: 89 Prozent an den Werktagen, sonntags 84 Prozent. Fast die Hälfte benutzt auch für Kurzstrecken von weniger als fünf Kilometern das Auto. Die Motorisierung stieg innerhalb der vergangenen 25 Jahre um 130 Prozent. Deshalb soll das Busnetz weiter ausgebaut werden, die Bahnverbindungen werden verdichtet. Wer mit dem Rad fährt, soll das bald über schnelle Radwege können.

Keine Abstriche beim Straßenausbau

Keine Abstriche will man beim Straßenausbau machen. Die Widerstände Liechtensteins gegen den geplanten Letzetunnel werden ebenso ignoriert wie jene der Umweltschutzorganisationen gegen die zweite Pfändertunnel-Röhre. Lediglich von der S18, die zurzeit als Akt bei den europäischen Gerichten liegt, scheint man sich leise zu verabschieden. Verkehrsplaner Werner Rosinak kündigte einen "Neubeginn" samt Mediationsverfahren an, sollte die EU die S18-Trasse wie erwartet ablehnen. (jub, DER STANDARD Printausgabe 15/16.1.2005)