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Foto: Reuters/ MICHAEL KAPPELER
München - Im Mordfall Rudolph Moshammer sucht die Polizei in München nach einem jungen Mann. Der extravagante Modeschöpfer sei kurz vor seinem Tod in dessen Begleitung gesehen worden, bestätigte die Polizei einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). Ein Zeuge habe die beiden in Moshammers schwarzem Rolls Royce sitzen sehen. Der Mann habe eine Wollmütze getragen, die er tief ins Gesicht gezogen hatte. Der Zeuge habe den 64-Jährigen in dem auffälligen Wagen mit dem Kennzeichen M- RM 111 an einer roten Ampel in München beobachtet. Der Modeschöpfer war in der Nacht zum Freitag in seinem Haus im Nobelvorort Grünwald mit einem Kabel erdrosselt worden.

"Wir haben einen Hinweis, der beschreibt, dass ein junger Mann im Fahrzeug gesehen wurde", sagte Polizeisprecher Peter Reichl. Es sei aber eine Spur von vielen, unterstrich er. "Den Wahrheitsgehalt können wir noch nicht festlegen." Die 20-köpfige Sonderkommission ermittele auch im Homosexuellenmilieu und in der Stricherszene.

Beweisstück Daisy

Auch Moshammers geliebter Yorkshire-Terrier "Daisy" wurde von der Polizei auf Spuren untersucht. Die Ermittler hoffen, am Fell des Tieres möglicherweise DNA-Spuren des Täters zu finden. Die Hundedame wird wahrscheinlich bei Moshammers langjährigem Chauffeur bleiben, der Daisy schon lange kennt. Er habe bereits angeboten, sich weiter um den Vierbeiner zu kümmern.

Bisher gingen rund 160 Hinweise zu dem Mordfall bei der Münchner Polizei ein. "Und es werden ständig mehr", sagte Reichl. Das Telefon stehe nicht still.

Keine Einbruchsspuren

Allem Anschein nach hat Moshammer seinen Mörder selbst in die Wohnung gelassen. Die Polizei stellte keine Einbruchspuren fest, auch für einen Raubmord gebe es keine Hinweise. Nach bisherigen Erkenntnissen fehlten keine Wertgegenstände. Auch Spuren eines Kampfes wurden nicht festgestellt. "Wir gehen davon aus, dass der Täter jemand aus seinem Umfeld ist, jemand, den er kannte", sagte Reichl. Dabei sei offen, ob er den Mörder erst vor kurzem kennen gelernt habe oder bereits länger kannte.

Am Abend vor seinem Tod war Moshammer von mehreren Zeugen gesehen worden, als er mit seinem auffälligen Rolls Royce allein durch München fuhr. In der Nähe des Münchner Hauptbahnhofes soll er aus dem Auto heraus mehrere junge Männer angesprochen haben.

Vor Moshammers Laden in der Münchner Maximilianstraße brannten am Samstag Dutzende Grablichter. Immer wieder legten Passanten Blumen nieder. Viele verharrten schweigend. "Wir vermissen Dich", hieß es auf Abschiedskarten. (APA/dpa)