Traurig ist es um Namen für Liebespaare bestellt. Bald kommt der Frühling. Und wo stecken wir? Wir stecken in "Beziehungen". Wir haben "Verhältnisse". Wir verweilen in "Partnerschaften". Im zweitbesten Fall führen wir "Ehen", die klingen sogar im geschiedenen Zustand noch immer erotischer als alle anderen Formen von Verbindungen zu zweit. Im besten Fall sind wir Singles, da haben wir Aussicht auf Klangvolles wie "Liebschaften" oder gar "Romanzen", die sich freilich plötzlich als "Affären" entpuppen können, wenn wir erfahren, dass der/die andere, wider besseres Dafürhalten (dass es niemals bekannt wird), in einer "fixen Beziehung" steckt. Aber sagen wir einmal, das ist dann nicht unser Problem.Ganz schlimm haben es gleichgeschlechtliche Paare erwischt, die vor dem Gesetz (welches sich in Österreich verbissen dagegen wehrt) wie Eheleute dastehen wollen. Sie müssen sich, nach bundesdeutscher Sprachregelung, einer "Lebensverpartnerschaftung" unterziehen, können also nach durchkämmten Amtswegen einander liebevoll: "Du mein Lebensverpartnerschafteter!" ins Ohr flüstern. Sollten sie dann noch Gefühle füreinander empfinden, muss die Liebe wahrlich groß sein. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 15./16.1.2005)