Bad Mitterndorf - Jahrzehntelang dominierte die Sonderklasseversicherung innerhalb der privaten Krankenzusatzversicherung. Doch die Bedürfnisse der Menschen haben sich geändert, immer häufiger wird neben der klassischen Schulmedizin auch nach alternativen Heilmethoden gefragt, ergab eine von der Generali in Auftrag gegebene Gesundheitsstudie.

Als Reaktion darauf kreierte die Generali Versicherung ein Produkt unter dem Namen "Privatarzt & Alternative Vorsorge", das unter anderem die Kosten für besondere Heilbehandlungen wie physikalische Therapien, Physiotherapien, Logopädie, die Honorare für Psychologen und Psychotherapeuten, homöophatische Arzneimittel oder etwa für Sehbehelfe ersetzt.

Ernst Schmid, im Generali-Vorstand für die Personenversicherung zuständig, sagte bei einer Pressekonferenz anlässlich des Skiflugweltcups am Kulm, dass die Sonderklasseversicherung auf hohem Niveau stagniere, daher habe man sich überlegt "welche Alternativen es zur Schulmedizin gibt".

Höhere Prämien für Frauen

Die "alternative Vorsorge" gibt es in vier Leistungsstufen, wobei die Prämie für Frauen bis zum 50. Lebensjahr deutlich höher ist als die der Männer. Begründet wird die Preisdifferenz mit den der Prämienberechnung zugrunde liegenden Erfahrungswerten der Ambulanztarife, wonach Frauen in jüngeren Jahren "mehr Leistungen in Anspruch nehmen als Männer", argumentierte Emma Kovacs von der Generali. So zahlt eine 25-jährige Frau 41 Euro monatlich, ein gleich alter Mann aber nur 28 Euro. 50-Jährige zahlen mit knapp 60 Euro im Monat nahezu gleich viel.

Laut Studie sind 80 Prozent der Österreicher an alternativen Heilmethoden bzw. an der Ganzheitsmedizin interessiert. Aber, so Wolfgang Munda, Arzt und Leiter der Abteilung Versicherungsmedizin bei der Generali, "im Krisenfall ist die Schulmedizin immer die erste Anlaufstelle".

Derzeit zählt die Generali 410.000 Krankenversicherte. Schmid hofft, von dem neuen Produkt heuer 10.000 Verträge verkaufen zu können. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.1.2005)