Nach der deutlichen Verringerung seines Strafmaßes ist ein vor 44 Jahren wegen Mordes an einer Weißen zum Tode verurteilter schwarzer US-Journalist aus der Haft entlassen worden. In einem vierten Prozess seien die Geschworenen des Gerichtes in Lake Charles zu dem Schluss gekommen, dass Wilbert Rideau bei der Tötung der Bankangestellten Julia Ferguson im US-Bundesstaat Louisiana 1961 nicht vorsätzlich gehandelt habe, teilte eine der Anwälte des Journalisten, Linda LaBranche, am Sonntag mit. Somit liege die Höchststrafe bei 21 Jahren. Weil er bereits mehr als doppelt so lange im Gefängnis gesessen habe, sei Rideau nun freigelassen worden.

Rideau war 1961 zum Tode verurteilt worden, weil er Ferguson während eines Banküberfalls mit Geiselnahme ermordet habe. 1964 und 1970 wurde das Urteil bestätigt. Laut LaBranche war die Jury im vierten Prozess erstmals eine gemischte aus weißen und schwarzen Geschworenen. Rideau habe angegeben, die Bankangestellte aus Panik getötet zu haben.

Während seiner Zeit im Gefängnis machte sich Rideau, der im Februar 63 Jahre alt wird, mit Artikeln über das Leben in der Haft einen Namen als Journalist. Er war Chefredakteur der Gefängniszeitung und erhielt für seine Artikel und Dokumentarfilme zahlreiche Preise. Eine seiner im Gefängnis gedrehten Reportagen wurde 1998 für den Oscar nominiert. (APA)