Washington - Am 20. Jänner zur Mittagsstunde wird US-Präsident George W. Bush auf den Stufen des Kapitols in Washington den Amtseid ablegen und damit seine zweite und letzte Amtsperiode beginnen. Die Eidesformel ist in Artikel II der Verfassung von 1787 festgelegt und lautet: "Ich schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen werde." Der Eid wird traditionsgemäß vom Vorsitzenden des Obersten Gerichts - zur Zeit ist es William Rehnquist - abschnittsweise verlesen und vom Präsidenten nachgesprochen.

Die Vereidigung des Präsidenten erfolgte bis 1933 jeweils am 4. März. Mit einer Verfassungsänderung wurde der Termin dann auf den 20. Jänner vorgezogen. Damit wurde die Zeit zwischen der Präsidentenwahl Anfang November und dem Antritt der neuen Regierung deutlich verkürzt. Im 20. Zusatzartikel der Verfassung ist seither festgelegt: "Die Amtsperioden des Präsidenten und des Vizepräsidenten enden am Mittag des 20. Tages des Monats Jänner ..."

Ungestörter Sonntag

Für den 20. Jänner sprachen nach Angaben der Senatshistorikerin Betty Koeds mehrere Gründe: Der Termin liegt etwa zwei Wochen nach der Auszählung der Wahlmännerstimmen durch den Kongress. Ferner stellten die Initiatoren der Verfassungsänderung beim Blick auf den Kalender fest, dass - zumindest in den nächsten Jahren aus damaliger Sicht gesehen - die Amtseinführung eines Präsidenten an diesem Tag nicht auf einen Sonntag fallen würde und gläubige Christen somit ungestört an den sonntäglichen Gottesdiensten teilnehmen könnten.

Begleitet wird die feierliche Amtseinführung des Präsidenten und seines Stellvertreters traditionell von einer großen Parade über die Pennsylvania Avenue vom Kapitol zum Weißen Haus sowie einem Feuerwerk und zahlreichen Bällen am Abend. In diesem Jahr sind neun offizielle Bälle geplant. Die Kosten für die Parade und die Bälle werden auf mehr als 40 Millionen Dollar (30 Millionen Euro) veranschlagt; diese Veranstaltungen werden über Spenden der Wirtschaft und von Privatleuten finanziert. Die größten Spender werden mit Eintrittskarten für die Veranstaltungen belohnt. (APA/AP)