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Wien - Die frühere FPÖ-Parteichefin und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer hat keine Ambitionen auf eine führende Stellung in einer neuen Partei. "Seit Wochen wird das geschrieben, seit Wochen dementiere ich das", sagte Riess-Passer in ihrer Funktion als Generaldirektorin der Bausparkasse Wüstenrot bei einem Pressegespräch am Dienstagabend in Wien. Auch einen möglichen Wechsel in die ÖVP stellte sie in Abrede. Sie sei nicht gefragt worden, sie habe auch nicht die Absicht in die Politik zurückzukehren, unterstrich die Wüstenrot-Chefin.

Will auch Tagespolitik nicht mehr offiziell kommentieren

"Ich habe einen Fünfjahresvertrag, den werde ich einhalten", sagte Riess-Passer. Die Tatsache, dass sie in der Vorwoche beim ÖVP-Neujahrsauftakt an einer Podiumsdiskussion teilgenommen habe, dürfe nicht überinterpretiert werden: "Daran hat auch der kroatische Premier (Ivo Sanader; Anm.) teilgenommen", sagte die Ex-Vizekanzlerin. Es sei nicht immer einfach, zuzusehen, wie Errungenschaften in ihrer Amtszeit - vor allem Einsparungen im Verwaltungsbereich - kurzerhand wieder rückgängig gemacht würden. Grundsätzlich will sie die Tagespolitik aber nicht mehr offiziell kommentieren.

Gerüchte über Parteineugründung bekamen neue Nahrung

Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte über die bevorstehende Gründung einer neuen Partei. Das Projekt soll auch in ÖVP-Kreisen Sympathie genießen, weil eine neue Partei nach den Wahlen eine Alternative zu einer Koalition mit der FPÖ sein könnte, wird spekuliert. Vor Monaten war schon Finanzminister Karl-Heinz Grasser als möglicher Parteichef kolportiert worden. Riess-Passers Auftritt bei der ÖVP-Veranstaltung hatte den Gerüchten neue Nahrung gegeben. Die Gründung einer neuen Partei wäre logistisch sehr schwierig, erklärte die Wüstenrot-Chefin.

Strasser hatte Kontakt mit Riess-Passer aufgenommen

Innenminister Ernst Strasser (V) habe wenige Wochen vor seinem überraschenden Abschied Kontakt mit Riess-Passer aufgenommen. Bei dem Treffen habe er sich über Einzelheiten und Befindlichkeiten der früheren Regierungskollegin beim Wechsel in die Privatwirtschaft informiert, ohne aber seinen Plan, die Regierung zu verlassen, zu verraten. Ein möglicher Wechsel Strassers ins Management von Billa wäre für sie plausibel, während die Ex-Politikerin Strassers Engagement als Katastrophenhilfe-Koordinator der Bundesregierung kritisch beurteilt.

Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) "brütet etwas aus", ist Riess-Passer überzeugt. Seine bereits längere "Stille" in der Bundespolitik sei ein starkes Indiz dafür. (APA)