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Foto: APA/EPA/Felix Heyder
Wien - Die schlechte Weihnachtsbotschaft, die im Dezember ihren Weg an die Öffentlichkeit nicht fand, findet diesen nun im neuen Jahr: Auch T-Mobile , Österreichs zweitgrößter Handynetzbetreiber, muss sparen.

In Belegschaftskreisen ist von "bis zu 300 Arbeitsplätzen" die Rede, die dem im Oktober angekündigten Kostensenkungsprogramm "Safe for Growth" zum Opfer fallen sollen.

Mit diesem Effizienzsteigerungsprogramm, dessen Maßnahmen seit Anfang 2005 vorliegen, soll bis 2006 konzernweit eine Milliarde Euro eingespart werden.

Tag der Wahrheit

Laut Presse sind nun 250 Mitarbeiter betroffen, was T-Mobile Austria am Mittwoch nicht mehr bestritt, aber auch nicht kommentieren wollte. Man verwies auf die Konzerninformation, die heute, Donnerstag, ausgeschickt wird.

Betroffen seien überwiegend Techniker, insbesondere jene, die in der Gründungsphase 1996/97 von Siemens zur damaligen Max.mobil gewechselt hatten, heißt es in den Belegschaftskreisen weiter. Seit Dezember sei mit dem Betriebsrat ein Maßnahmenpaket zwecks Personalabbau verhandelt worden, wollen auch Gewerkschafter wissen.

Ganz unvorbereitet dürften die 1860 Beschäftigten bei T-Mobile nicht mehr sein, denn vorige Woche habe eine Betriebsversammlung stattgefunden.

Keine Überraschung

Der tiefe Personalschnitt bei T-Mobile kommt für die Branche nicht überraschend, er sei das Resultat des "mörderischen Null-Cent-Preiskampfes", den sich die fünf Betreiber lieferten, skizziert ein Branchenkenner die angespannte Situation am einstigen Wachstumsmarkt. Die Kundengewinnung sei extrem teuer, der Verdrängungswettbewerb enorm.

Die Konkurrenten A1- Mobilkom, One und Hutchison hätten diese Tortur teilweise bereits hinter sich, weitere Maßnahmen dürften noch bevorstehen. Denn allein mit dem natürlichen Abgang sei kein Auslangen zu finden.

Preiskampf extrem

Die bislang letzte große Aktion lief bei Connect Austria (One), die sich im Mai des Vorjahres von 225 der insgesamt 1104 Mitarbeiter trennte. Das Unternehmen begründete den Stellenabbau damals mit der harten Preisschlacht.

Erst vor wenigen Tagen hat One im Zuge der Auslagerung des gesamten IT-Infrastrukturbetriebs auch 28 Mitarbeiter an den IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) abgegeben. (ung, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 201.2005)