Jerusalem - Die israelische Regierung hat am Mittwoch grundsätzlich einen Militäreinsatz in Libanon gebilligt. Die israelische Zeitung "Haaretz" meldete in ihrer Online-Ausgabe, die Entscheidung des Sicherheitskabinetts sei eine Reaktion auf drei Angriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet in den vergangenen Wochen. Bei einem der Vorfälle waren ein israelischer Offizier und ein französischer UN-Soldat ums Leben gekommen.

Bei der Regierungssitzung sagte Verteidigungsminister Shaul Mofaz, die Hisbollah wolle eine Annäherung zwischen Israel und dem neuen Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas verhindern. "Hisbollah, Syrien und Iran tun alles, um jeglichen Fortschritt zu torpedieren", zitierte "Haaretz" den Minister.

Dem Bericht zufolge wurden den Kabinettsmitgliedern, darunter auch erstmals seit Bildung der neuen Koalition Mitglieder der Arbeitspartei, verschiedene mögliche Ziele für einen Einsatz vorgestellt. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Der engste Kabinettskreis um Ministerpräsident Ariel Sharon soll gemäß der Entscheidung befugt sein, jederzeit einen Militäreinsatz zu befehlen.

Bisher hat Israel auf Hisbollah-Anschläge überwiegend mit Luftangriffen auf Hisbollah-Ziele im Süden Libanons reagiert. Es war unklar, ob der Regierungsbeschluss auch den Einsatz von Bodentruppen vorsieht. (APA/dpa)