Wien - Einen komplett freien Hochschulzugang gibt es in Europa derzeit praktisch nur in Österreich. Alle anderen EU-Staaten sowie Island, die Schweiz, Norwegen, Bulgarien und Rumänien haben zumindest für das Medizinstudium Zulassungsbeschränkungen eingeführt - ausgenommen ist nur Luxemburg, wo gar kein Studium der Humanmedizin angeboten wird. Dies geht aus Daten des Bildungsministeriums sowie des Informationsnetzes zum Bildungswesen in Europa, Eurydice, hervor.

Beschränkt

In welchen anderen Fächern der Zugang ebenfalls beschränkt wird, ist hingegen unterschiedlich. Aufnahmehürden in allen Studienrichtungen gibt es in Finnland, Griechenland, Irland, Lettland, Litauen, Portugal, Spanien, Großbritannien, Zypern, Bulgarien und Rumänien. In Estland, Schweden, Tschechien, Ungarn und Norwegen bestehen neben der Medizin auch in zahlreichen anderen Fächern Beschränkungen, in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Malta, den Niederlanden, Polen, der Slowakei, Slowenien und der Schweiz außer in der Medizin nur in einzelnen Studienrichtungen. In Belgien und Island existieren nur in der Medizin Aufnahmehürden.

Auswahlverfahren uneinheitlich

Die Ausgestaltung der einzelnen Beschränkungen ist unterschiedlich: Diese können auf nationaler Ebene erfolgen oder von den einzelnen Hochschulen vorgenommen werden. Auch Mischsysteme kommen vor - so existiert etwa in Deutschland ein bundesweiter Numerus Clausus in sieben Studiengängen (Biologie, Betriebswirtschaftslehre, Medizin, Pharmazie, Psychologie, Tiermedizin und Zahnmedizin), darüber hinaus können die einzelnen Hochschulen aber auch in anderen Fächern Einschränkungen vornehmen. Auch die Art der Auswahlverfahren ist alles andere als einheitlich. Die Möglichkeiten reichen von der Vergabe der Studienplätze nach den Noten bei den jeweiligen Reifeprüfungen (etwa Deutschland) über nationale Aufnahmeprüfungen (etwa in Spanien oder für manche Fächer in Frankreich) bis zu hochschulinternen Eignungstests. Darüber hinaus wird eventuell zusätzlich über Studieneingangsphasen selektiert (etwa bei der Medizin in Frankreich). (APA)