Korallenriff - Barriere gegen große Wellen

derstandard.at
Wien - Tsunamis können auch von Mangrovenwäldern und Korallenriffen nicht verhindert werden - das Ausmaß der Katastrophe in Asien wäre aber laut WWF (World Wide Fund for Nature) mit einem gesunden Ökosystem wesentlich geringer ausgefallen. "Mangrovenwälder und Korallenriffe wirken als natürliche Wellenbrecher", betonte Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF Österreich, in einer Aussendung.

So habe die Welle im indischen Chidambaram-Distrikt mehrere Dörfer weniger hart als Nachbargemeinden getroffen, weil sie durch einen Mangrovenwald geschützt wurden. Die Malediven und die thailändische Insel Ko Surin wiederum würde die natürliche Barrierenwirkung von Korallenriffen bezeugen. Es werde allgemein angenommen, dass die Menschen dort auf Grund der Schutzwirkungen von Korallenriffen von den schlimmsten Auswirkungen der Flutwelle verschont blieben.

50 Prozent der Wälder zerstört

Ungefähr 50 Prozent der ursprünglich vorhandenen Mangrovenwälder sind laut WWF in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zerstört worden. Die traditionelle Entnahme von geringen Holzmengen durch die Küstenbevölkerung in Asien habe die Mangroven in ihrem Bestand nicht gefährdet. Erst die großflächige Umwandlung der Mangrovenwälder in Reis- und Kokospalmenplantagen, sowie die Trockenlegung für Bauland, habe dafür gesorgt, dass sich die Situation zuspitzte. Einen besonders hohen Anteil an der Zerstörung würden die Zuchtbetriebe von Garnelen tragen: Beispielsweise seien in Ecuador und auf den Philippinen durch die Shrimps-Zucht mittlerweile rund 70 Prozent der dortigen Mangrovenwälder abgeholzt worden.

Nach offiziellen Berichten der Malediven sei gerade der am dichtesten besiedelte Malediven-Atoll nicht von der Flutwelle erfasst worden, weil dort ausgedehnte Korallenriffe rundherum den Tsunami weitgehend abmilderten. Bis zu 20 Prozent der Riffe in der Region seien laut Expertenschätzungen durch den Tsunami geschädigt wurden. Die größte Bedrohung für Korallen gehe allerdings nicht von Naturkatastrophen aus, sie werde vom Menschen selbst verursacht. "Der Klimawandel bedroht die Riffe ebenso wie die Fischerei und die Umweltverschmutzung", so Lutschinger. (APA)