Berlin - Deutsche Filmproduzenten fordern einen Lohnkostenzuschuss für die heimische Filmbranche, um sie gegen die starke internationale Konkurrenz wettbewerbsfähiger zu machen. Allerdings stießen sie mit dieser Forderung am Mittwoch in einer Anhörung des Kulturausschusses des Bundestages auf Ablehnung. "Das können Sie vergessen", sagte dazu die Grünen-Politikerin Antje Vollmer und drückte damit auch die überwiegende Meinung der Vertreter der anderen Bundestagfraktionen aus.

Handlungsbedarf: Umgeben von Ländern, die geringere Lohnkosten und volle Filmstudios haben

"Keiner von uns hält es für machbar, einen neuen Subventionstatbestand zu schaffen. Das ist einfach ausgeschlossen, unter welcher Regierung auch immer." Der Produzent Eberhard Junkersdorf hielt dem entgegen, dass es trotz des sehr guten Abschneidens des deutschen Films im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 23 Prozent einen dringenden Handlungsbedarf für die Branche gebe. "Wir sind umgeben von Ländern, die geringere Lohnkosten und volle Filmstudios haben wie in Prag, und bei uns stehen Studios leer."

Zuschuss wäre "ein Geschäft, das sich auch für die öffentliche Hand refinanziert"

Martin Moszkowicz von der Münchner Constantin Film sagte, dass seine Firma aus ökonomischen Gründen über die Hälfte ihrer deutschsprachigen Filme in osteuropäischen Ländern produziere. Ein Lohnkostenzuschuss sei "ein Geschäft, das sich auch für die öffentliche Hand refinanziert", weil dadurch mehr Filme in Deutschland produziert und damit auch mehr Arbeitsplätze geschaffen würden. Das alternative Modell einer Steuerstundung sei dagegen nur die zweitbeste Wahl mit mehreren Nachteilen für die deutsche Filmbranche.

In der Sitzung ging es um die Frage, wie die starken deutschen Kapitalströme für ausländische Filmfonds verringert und für die heimische Produktion genutzt werden könnten. Nach Angaben von Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos), die auch an der Bundestagssitzung teilnahm, haben deutsche Medienfonds allein in den vergangenen fünf Jahren etwa 12 Milliarden Dollar vor allem in Hollywood-Produktionen gesteckt. (APA/dpa)