Bagdad - Zehn Tage vor den Wahlen im Irak sind Mitglieder der amtlichen Wahlkommission auf Konfrontationskurs zueinander gegangen. Zunächst erklärte die Kommission in einer Stellungnahme am Donnerstag ihren Sprecher für abgesetzt. Alle künftigen Äußerungen des Gremiums sollten zum Schutz der Unabhängigkeit künftig ausschließlich im Wege von schriftlichen Mitteilungen erfolgen. Alle von Mitgliedern der Kommission veröffentlichten Äußerungen seien somit als Privatmeinungen zu betrachten. Der entlassene Sprecher Farid Ajar weigerte sich daraufhin, der Entscheidung zu folgen. Er nannte den Inhalt der Stellungnahme "ein eifersüchtiges Gerücht" von Gegnern eines erfolgreichen Wahlverlaufs. Ajar fügte hinzu, die Erklärung gehe auf eine Initiative von Kommissionspräsident Hussein el Hindawi zurück, der einen Vorschlag von acht Mitgliedern des Gremiums zu einer "rotierenden Präsidentschaft" im Irak ablehne. Er werde seinen Posten als Pressesprecher nicht aufgeben, solange es keine Mehrheitsentscheidung dazu gebe. Hindawi begründete die Entlassung des Sprechers damit, dass es Erklärungen gegeben habe, "die nicht die Position der Kommission" wiedergegeben hätten. (APA)