Washington - Die ersten Reaktionen auf die Antrittsrede von US-Präsident George W. Bush bei seiner Angelobung am Donnerstag am Kapitol in Washington sind gemischt. Als "überraschend aggressive Rede" mit starker internationaler Orientierung bezeichnete CNN-Journalistin Judy Woodruff die Ansprache. Der Senior Analyst des Senders, Jeff Greenfield, erwartet eine unterschiedliche Rezeption in den verschiedenen Teilen der Erde: In Westeuropa werde die Bush-Vision von Freiheit für die Welt vermutlich eher als Täuschung gesehen um amerikanische Machtpolitik im eigenen Interesse zu verteidigen, während in Osteuropa die Menschen noch die eigenen Erfahrungen mit der kommunistischen Diktatur in Erinnerung hätten und der Befreiungsmission des US-Präsidenten vermutlich freundlicher gegenüberstünden. Der ehemalige Sprecher von Präsident Bush, Ari Fleischer, lobte die Rede seines früheren Chefs. In manchen Teilen der Welt würden die Regierungen vermutlich versuchen zu verhindern, dass ihre Bürger diese Botschaft der Freiheit hörten, zeigte sich Fleischer überzeugt. Präsident George W. Bush sei wesentlich konservativer als sein Vater und ehemaliger US-Präsident, er stehe eher in der Tradition von Ex-Präsident Ronald Reagan, der dem Kommunismus die Stirn geboten habe. Auch die enge Vertraute und Beraterin von Bush, Karen Hughes, stellte die Ansprache in eine Reihe mit Antrittsreden früherer Präsidenten wie Ronald Reagan. (APA)