Durchschnittlich 3000 Postings erhält der derStandard.at täglich in seinen Diskussionsforen. Zwischen acht und zwölf Prozent werden nicht freigeschaltet. Grund: Verstöße gegen Gesetze oder gegen die guten Sitten. Der Aufwand, alle Beiträge zu lesen und zu klassifizieren, ist enorm, sagt Gerlinde Hinterleitner, Vorstandsmitglied und Chefredakteurin der ersten deutschsprachigen Tageszeitung im Internet. Daher wurde die Idee geboren, mithilfe eines "Forenautomaten" eine Vorauswahl zu treffen und 100-prozentig akzeptable Beiträge automatisch freizuschalten. Nur Postings, die der Automat als problematisch erkennt, werden dem Redakteur vorgelegt. Johannes Matiasek vom Austrian Research Institute for Artificial Intelligence, der den Assistenten für die Redaktion von derStandard.at entwickelte, meint, das System habe "Ähnlichkeiten" mit Spamfiltern und mit Programmen, die Texte automatisch einem bestimmten inhaltlichen Bereich zuordnen können. Die Einstellung des Posters lasse sich aber nicht allein an einzelnen Worten festmachen. Tatsächlich sei die Kombination von "inhaltlich" und "einstellungsmäßig" relevanten Worten entscheidend. Die Testphase ist am vergangenen Montag angelaufen. (pi)