Wien - Bürgermeister Michael Häupl (SP) präsentierte am Freitag die Projekte der Stadt Wien für das Jubiläumsjahr 2005 bewusst im Roten Salon im Wiener Rathaus. Am 27. April 1945 erklärten die Parteien ÖVP, SPÖ und KPÖ an diesem Ort den Anschluss an Deutschland für null und nichtig und riefen die Unabhängigkeit Österreichs aus.

Eigene Akzente setzen - das war auch die Kernbotschaft Häupls. Die Bundeshauptstadt wird rund vier Millionen Euro für die Jubelfeiern ausgeben. Damit wird etwa das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes einem "Relaunch" unterzogen (Neueröffnung im Oktober 2005). Weiters unterstützt werden frauenspezifische Projekte ("Frauen Gedenken Anders"), eine Ausstellung über das Verhältnis der Zweiten Republik zu ihren Juden ("Jetzt ist er bös, der Tennenbaum") und eine Ausstellung über die Diskriminierung von Homosexuellen in der Zweiten Republik im Rahmen des Festivals "Wien ist andersrum". 700.000 Euro aus dem Stadtbudget fließen in die Staatsvertragsausstellung im Belvedere, die gleiche Summe steuert der Bund und eine Sponsorengruppe bei.

Wie viel Geld bereits beisammen ist, konnte Mitinitiator Hannes Androsch nicht sagen. Derzeit buhlen ja auch "Graz 2003"-Gestalter Wolfgang Lorenz und Bundestheater-Holdingchef Georg Springer im Auftrag von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel um Sponsorengelder für ihre Veranstaltungsreihe. "Zuerst muss die Zentralausstellung ausfinanziert sein", forderte Androsch. Deutliche Distanz zeigte Häupl einmal mehr zum Projekt Lorenz-Springer. Diese haben einen "hohen Erklärungsbedarf". Geld aus Wien gibt es keines: "Wir zahlen dazu nichts." (tó/(DER STANDARD, Printausgabe, 22./23.1.2005)