Berlin - Das Berliner Schwimm-Weltcup-Meeting hat am Samstag traditionell für einige Höhepunkte gesorgt. Aus österreichischer Sicht sorgte dafür Markus Rogan, er siegte über 100 m Rücken in 51,16 Sekunden zeitgleich mit Lokalmatador Thomas Rupprath. Fabienne Nadarajah überzeugte als Kraul-Sprint-Dritte mit der persönlichen Bestzeit von 25,01. International trumpften zwei Südafrikaner auf. Ryk Neethling fixierte mit 52,11 neuen Weltrekord über 100 m Lagen, Roland Schoeman egalisierte in 46,25 jenen über 100 m Kraul.

Halbe Revanche für knappe EM-Niederlage

Rogan gelang mit seinem ex-aequo-Sieg die zumindest teilweise Revanche für die knappe EM-Niederlage gegen "Ruppi". Zur Halbzeit lag der Wiener wie erwartet noch klar hinter dem Weltrekordler über 50 m Rücken, vor der letzten Wende war er an seinem Hauptwidersacher aber schon dran. Trainer Robert Michlmayr: "Da ist er aber dann in die Wende rein geschwommen. Das war nicht perfekt, aber es ist noch immer seine zweitbeste Zeit", resümierte der Coach zufrieden. In Wien hatte der 22-Jährige in 50,80 angeschlagen.

Auch Rogan trauerte dem Solo-Sieg nicht nach: "Da muss man schon zufrieden sein, wenn man mit so einem wie Rupprath gleichauf ist." Und dann wagte der Vierfach-Europameister einen Ausblick auf Sonntag: "Ich probier' schon seit zehn Jahren, Weltrekord zu schwimmen. Morgen werde ich es auf ein Neues probieren." Über 100 m Rücken steigerte er sich in Berlin gegenüber Stockholm um 1,24 Sekunden, diese Steigerung mal zwei würde ihn über 200 m Rücken als Ersten unter 1:50 bringen. Doch so einfach ist die Schwimmerei leider nicht gestrickt.

Rogan in Berlin ein Star

Michlmayr glaubt aber auf Grund der Trainingserkenntnisse, dass sein Schützling nun mehr Stehvermögen und Schnelligkeit als bei den Titelkämpfen in Wien haben müsste, was viel versprechend klingt. Rogan ist in Berlin jedenfalls unabhängig von seiner Sonntag-Leistung ein Star. Das Duell mit Rupprath wurde als der Höhepunkt des Wochenendes angekündigt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit muss der Vierfach-Europameister Autogramme schreiben. Freiraum bleibt ihm aber, am Samstag Abend nutzte er ihn zum "Wetten, dass..."-Zuschauen.

Dieses Programm hatte auch Nadarajah, da sich etliche ihrer OSV-Kollegen bei einer Wette versuchten. Davor hatte die 19-Jährige ihre Top-Marke über 50 m Kraul zwei Mal verbessert, nur noch zwei Zehntel fehlen ihr auf den österreichischen Rekord von Judith Draxler. Der sollte in der nächsten Saison fällig sein. Michlmayr: "Ich hätte Fabienne schon jetzt eine Zeit unter 25 zugetraut. Aber die erste Länge war diesmal schlecht und die Unterwasserphase klappt derzeit nicht so gut. Schwimmerisch ist sie aber besser als in Wien."

Die übrigen fünf Österreicher in Berlin hatten ihre Auftritte am Vormittag. Am relativ besten schlug sich Dominik Dür über 400 m Lagen, in 4:26,31 Minuten markierte der Oberösterreicher neuen Landesrekord und wurde damit 14. Eine gute Leistung bot auch Plamen Ryaskov in 2:01,50 mit Rang zehn über 200 m Delfin. Dominik Koll (400 m Kraul) und Stefan Wipplinger (200 m Brust) blieben weit hinter ihren Bestzeiten, haben aber wie Dür ein gut zweiwöchiges hartes Camp in den Knochen. Oliver Schmich wurde über 100 m Rücken Zwölfter.

Neuer Weltrekord über 100 Meter Lagen

Neethling verbesserte die erst am Dienstag in Stockholm von Schoeman fixierte Weltbestmarke um vier Zehntel und übernahm damit auch die Weltcup-Führung. Rupprath war mit 52,99 klar unterlegener Zweiter. Schoeman verspekulierte sich im Vorlauf, schwamm um 2/100 am Finale vorbei. Auf den klassischen 100 m Kraul hielt er sich aber schadlos. Die zweitbeste Zeit der Geschichte über 200 m Brust markierte Jim Piper, der Australier ist mit seinen 2:04,03 Minuten nun aktueller Zweiter im Gesamt-Weltcup. (APA)