Wien - Auf Kritik stößt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) mit ihren jüngsten Ankündigungen zur Schule bei den Lehrervertretern. Lehrer würden sich schon jetzt großteils in der unterrichtsfreien Dienstzeit fortbilden, betont Pflichtschullehrer-Gewerkschaftschef Walter Riegler im "Kurier" (Sonntag-Ausgabe). AHS-Lehrergewerkschaftschefin Eva Scholik betont, dass quantitative Weiterbildung für 120.000 Lehrer in den Sommerferien "nicht durchführbar" sei. Und Gehrers Vorhaben, die Fünf-Tage-Woche und Ganztags-Betreuung generell einzuführen, beschneide die Autonomie der Schulen.

"Die Frau Minister stellt die Lehrer hin, als würden sie es sich richten. Sie weiß wohl nicht, was in der Praxis abläuft", empörte sich Riegler: "Wenn man nicht weiß, wo man ansetzen soll, haut man auf die Lehrer hin." Scholik missfällt, "dass den Lehrern über die Medien etwas ausgerichtet wird. Ich möchte eine sachliche Diskussion, keine Schuldzuweisungen."

AHS-Elternvertreterin Margit Johannik gefüllt es hingegen, dass Gehrer die Lehrer in die Pflicht nehmen will. "Was sie jetzt sagt, fordern wir seit Jahren." (APA)