Bild nicht mehr verfügbar.

Andre Agassi steckte auch die 51 Asse des Schweden Joahnsson weg.

Foto:Reuters/Gray
Melbourne - Die Australian Open haben ihren ersten großen Schlager: Titelverteidiger und Topfavorit Roger Federer trifft im Viertelfinale auf den sentimentalen Helden des Publikums, Andre Agassi. Federer wurde am Sonntag beim 6:2,6:2,7:6(4) gegen den Zyprioten Marcos Baghdatis nur im dritten Satz voll gefordert und ist noch ohne Satzverlust. Und Agassi setzte sich trotz 51 (!) Assen des Schweden Joachim Johansson nach 2:38 Stunden mit 6:7(4),7:6(5),7:6(3),6:4 durch. Johansson überbot damit den bisherigen Rekord des Niederländers Richard Krajicek, dem bei den US Open 1999 49 Asse gelungen waren.

Unschlagbarer Schweizer?

Doch auf dem Weg zum erhofften fünften Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres steht Agassi nun die wohl schwerste Hürde im Weg. Federer hat bereits sein 25. Match en suite gewonnen und der Amerikaner die vier vorangegangenen Partien gegen den Schweizer verloren. "Irgendjemand muss ihn ja früher oder später schlagen. Ich hoffe, das passiert am Dienstag", sagte Agassi, dessen bisher letzter Sieg gegen Roger schon fast drei Jahre zurückliegt.

Unter den letzten Acht steht auch der Slowake Dominik Hrbaty nach dem 7:5,6:3,6:1 über Thomas Johansson. Der Schwede hatte das Turnier 2002 überraschend gewonnen. Hrbaty bekommt es nun mit dem Vorjahrsfinalisten Marat Safin zu tun. Der als Nummer vier gesetzte Russe rang den unglaublich laufstarken und kämpferischen Belgier Olivier Rochus mit 4:6 und drei Mal 7:6 nieder. Dabei konnte er von 18 Breakchancen nur eine (!) nützen, als er im zweiten Satz einen 1:4-Rückstand aufholte. Nach 3:52 Stunden entschied er die Partie gegen seinen Angstgegner mit Ass Nummer 29 für sich und stellte im Head-to-Head auf 4:2-Siege.

Programmgemäßes bei den Damen

Bei den Damen läuft weiter alles nach Plan. Wimbledon-Siegerin Maria Scharapowa hatte zwar gegen Silvia Farina Elia einige Mühe, setzte sich aber 4:6,6:1,6:2 durch und trifft nun in einem russischen Duell auf Swetlana Kusnezowa. Die US-Open-Gewinnerin schaltete Vera Duschewina sicher mit 6:4,6:2 aus. Der Viertelfinalschlager heißt Amelie Mauresmo gegen Serena Williams. Die als Nummer zwei gesetzte Französin besiegte die ebenfalls aus Russland kommende Außenseiterin Jewgenia Lisnetskaja klar in zwei Sets, Serena war gegen Nadja Petrowa beim 6:1,3:6,6:3 keineswegs überzeugend.

Die Partie zwischen Williams und Petrowa wurde in "Eurosport" übrigens von der "Tennis-Pensionistin" Barbara Schett mitkommentiert. Die Tirolerin versucht sich am Montag in völlig neuer Umgebung: Sie absolviert ihren ersten Fallschirmsprung.

Melzer im Doppel bereits unter den letzten Acht

Für Jürgen Melzer ging der sportliche Höhenflug nach dem Out im Einzel im Doppel weiter: Er erreichte an der Seite des Deutschen Alexander Waske bereits das Viertelfinale. Die Paarung besiegte Yen-Hsun Lu und Takao Suzuki (TPE/JPN) 7:5,7:6(3).

Der Internationale Tenniverband (ITF) sprach übrigens auch eine Strafe aus. Der Argentinier Juan Ignacio Chela muss wegen Spuckens 2.000 Dollar Geldstrafe bezahlen. Chela hatte bei seiner Achtelfinal-Niederlage gegen Lokalmatador Lleyton Hewitt am Samstag während eines Seitenwechsels in Richtung des Australiers gespuckt, der schon auf seinem Stuhl saß. Auslöser waren die ständigen "Come on"-Anfeuerungsrufe von Hewitt. Chela bestritt anschließend, bewusst in Hewitts Richtung gespuckt zu haben. Er hatte sich bereits nach dem Matchball am Netz entschuldigt. Hewitt nahm dies an und erklärte, er werde keine weiteren Schritte unternehmen. (APA/Reuters/dpa)