Foto: Standard/Cremer
Graz - Die steirische FPÖ-Politikerin Theresia Zierler wird bei der Landtagswahl im Herbst 2005 nicht mehr antreten und ihr Mandat verteidigen. Zierler bestätigte gegenüber der APA einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Kurier" vom Sonntag. Sie habe nie geplant, Berufspolitikerin zu werden, so die frühere ORF-Moderatorin und Ex-Generalsekretärin ihrer Partei. "Es ist kein Ausscheiden aus Ärger, die sechs Jahre in der Politik haben sich ausgezahlt", so Zierler zur APA. Sie bleibe auch weiterhin FPÖ-Mitglied.

Die frühere Moderatorin des ORF Steiermark und "Willkommen Österreich"-Präsentatorin war im Jahr 2000 überraschend Spitzenkandidatin der steirischen Freiheitlichen bei der Landtagswahl geworden. Die FPÖ-Generalsekretärin hatte sich damals als Favoritin des seinerzeitigen steirischen Freiheitlichen-Chefs und nachmaligen Kurzzeit-Infrastrukturminister Michael Schmid gegen die Wohnbaulandesrätin Magda Bleckmann durchgesetzt.

Deren Chancen waren gesunken, als ihr Ehemann Ende Mai 2000 in Linz nach einem Bankraub erschossen worden war. Als Wahlziel nannte die heute 41 Jahre alte Zierler - die damals mit dem blauen Maskottchen "Thesifant" in den Wahlkampf zog" - den zweiten Regierungssitz, musste aber schließlich mit nur 12,43 Prozent und vorlieb nehmen. Die FPÖ musste statt einem weiteren Ressort den Verlust von drei Mandaten auf sieben hinnehmen.

Ein Sonderparteitag der steirischen FPÖ im November 2000 brachte Leopold Schöggl an die Spitze, er wurde auch Ressortchef für Infrastruktur, Verkehr und Technologie und - auf einem Ticket der ÖVP als Lohn für die folgende Zusammenarbeit - Landeshauptmann-Stellvertreter. Zierler (37) kehrte als Generalsekretärin und Abgeordnete in die Bundespolitik zurück, im Oktober 2001 trat sie in der Parteispitzenfunktion zurück - aus "familiären Gründen". Ihr Mandat im Nationalrat behielt sie. Karl Schweitzer wurde ihr Nachfolger im Generalsekretariat, bevor sie im Jänner 2003 - Ironie der Ereignisse - die Rollen mit der früheren Konkurrentin Magda Bleckmann vertauschte. Bleckmann ging in den Nationalrat und wurde Generalsekretärin, ihr frei werdendes Landtagsmandat übernahm Zierler. Im Landtag hatte sich Zierler u.a. für ein modernes Gleichbehandlungsgesetz engagiert.

Zierler erklärte, sie wolle sich ab Herbst wieder verstärkt ihrer Firma als Medien- und Kommunikationstrainerin widmen. Die zeitige Ankündigung des Rückzugs sei "fair gegenüber der Partei wegen der Planung", so die Mandatarin. Die Landtags-Kandidatenlisten der steirischen Freiheitlichen sind noch nicht erstellt. Eine mögliche politische Betätigung zu einem späteren Zeitpunkt will Zierler "nicht ausschließen, ebenso wenig wie eine neue Tätigkeit im Medienbereich". (APA)