Kiew - Die Ukraine hat einen monatelangen Kampf um das Präsidentenamt erlebt. Die wichtigsten Etappen:

5. September 2004: Mitten im Wahlkampf erleidet Oppositionsführer Viktor Juschtschenko bei einem Treffen mit Geheimdienstgenerälen eine rätselhafte Vergiftung, die ihn für Wochen lahm legt. Zwei Mal muss er zu Behandlung ins Wiener Privatspital Rudolfinerhaus.

31. Oktober: Erste Runde des Präsidentenwahl. Mit Tage langer Verzögerung setzt die Wahlleitung Juschtschenko knapp auf den ersten Platz vor Ministerpräsident Viktor Janukowitsch. Dieser ist der Wunschkandidat von Präsident Leonid Kutschma und Russland.

21. November: Stichwahl. Janukowitsch und Juschtschenko erklären sich beide zum Sieger. Die Opposition spricht von Wahlfälschungen und beginnt in Kiew mit Protestaktionen.

24. November: Offizielles Wahlergebnis: 49,66 Prozent für Janukowitsch, 46,61 für Juschtschenko, der zum Generalstreik aufruft.

26. November: Runder Tisch mit EU-Vermittler Javier Solana. Eine Menschenkette legt die Regierungsarbeit lahm.

28. November: Janukowitsch-Anhänger drohen mit Abspaltung östlicher Provinzen der Ukraine.

3. Dezember: Das Oberste Gericht ordnet die Wiederholung der Stichwahl bis zum 26. Dezember an.

8. Dezember: Kutschma unterzeichnet ein vom Parlament gebilligtes Gesetzespaket. Wahlrecht und Verfassung werden geändert. Einerseits werden damit - in Erwartung eines Sieges von Juschtschenko - die Rechte des Präsidenten beschnitten, andererseits Wahl-Manipulationen durch mehrfache Stimmabgabe erschwert.

11. Dezember: Juschtschenko ist nach Angaben seiner Wiener Ärzte eindeutig mit Dioxin vergiftet worden.

26. Dezember: Wiederholung der Stichwahl unter den Augen von 12.000 ausländischen Beobachtern.

10. Jänner 2005: Offizielles Endergebnis: 51,99 Prozent für Juschtschenko, 44,2 für Janukowitsch, der darauf vor Gericht mehrere Klagen einbringt.

20. Jänner : Das Oberste Gericht weist Janukowitschs Beschwerde endgültig ab.

23. Jänner : Juschtschenko legt im Beisein von Delegationen aus mehr als 40 Staaten den Amtseid als neuer Präsident ab. Geschätzte 300.000 Menschen feiern ihm am Unabhängigkeitsplatz in Kiew, der im Herbst zum Zentrum der "Orangenen Revolution" geworden war. (APA)