Belgrad/Pristina/Tirana - Slavisa Petkovic, einer der beiden im Kosovo-Parlament vertretenen serbischen Abgeordneten, hat am Montag einen Ministerposten in der Regierung angenommen, den ihm Premier Ramush Haradinaj angeboten hatte. Der Vorsitzende der im vergangenen Sommer gebildeten Serbischen Bürgerinitiative (GIS) wird laut Medienberichten für die Rückkehr von Flüchtlingen zuständig sein.

Es sei sein Ziel, die Rückkehr von geflüchteten Serben in die seit 1999 von der UNO verwalteten, mehrheitlich von Kosovo-Albanern bewohnten südserbischen Provinz zu sichern, sagte Petkovic. Dies bedeute, dass es erneut Serben in Pristina, Prizren und anderswo, wo sie einst gelebt hätten, geben werde. Haradinaj sei bereit, ihm bei diesem Projekt Unterstützung zu geben, fügte er hinzu.

Übergriffe auf Rückkehrer

Laut dem künftigen Minister haben 20 Flüchtlingsfamilien bereits ihre Bereitschaft bekundet, nach Urosevac (albanisch: Ferizaj) zurückzukehren. Dies ist die Heimatstadt Petkovics im Osten Kosovos. Er habe darüber hinaus feste Garantien vom Kommandanten der internationalen Kosovo-Schutztruppe (KFOR) bekommen, dass keine Übergriffe auf Rückkehrer geduldet würden, ergänzte Petkovic.

Die serbische Regierung, die sich im vergangenen Oktober für den Boykott der Wahlen eingesetzt hatte, unterhält keinen Kontakt zu dem GIS-Vorsitzenden. Für die serbische Volksgruppe im Kosovo sind zehn Sitze im Parlament reserviert. Acht Abgeordnete der Serbischen Liste für Kosovo und Metohija haben ihre Mandate auf Anraten Belgrads noch nicht angenommen.

Abgeordnetensitze

Albanischsprachige Medien in Pristina berichteten, dass diese acht Abgeordnetensitze bald Petkovics GIS zufallen könnten. Der Leiter der UNO-Verwaltung UNMIK, Sören Jessen-Petersen, hatte in der Vorwoche bei einem Besuch in Belgrad die serbische Führung darauf aufmerksam gemacht, dass die in der Provinz laufenden politischen Prozesse, darunter auch die Arbeit an einem Dezentralisierungsplan, mit oder ohne Teilnahme der serbischen Volksgruppe fortgesetzt würden.

Am Samstag stellte die UNMIK den Führern der Kosovo-Serben gleichsam ein Ultimatum: Bis zum 26. Jänner hätten sie noch die Möglichkeit, sich hinsichtlich ihrer Teilnahme an den politischen Institutionen zu entscheiden, meldete die albanische Nachrichtenagentur ATA unter Berufung auf UNO-Beamte. <>Dezentralisierungsplan

"Die Frist, in der Serben in die Regierung, das Parlament und die Arbeitsgruppen für den Dezentralisierungsplan integriert werden können, läuft aus. Währenddessen macht das Kosovo mit hoher Geschwindigkeit Fortschritte", wurde Jessen-Petersen nach einem Gespräch mit Haradinaj zitiert. Weder Belgrad noch die Kosovo-Serben seien in den von der UNMIK angebotenen Dialog eingetreten. (APA)