Im "Westderby" um die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2014 hat Salzburg den Sieg davongetragen. So gesehen bekommt Innsbruck, wo es sich 1964 und '76 abgespielt hat, keine Chance auf einen Hattrick, und Salzburg, das im Dreierfinale um die Ausrichtung der Spiele 2010 über Rang drei nicht hinauskam, kann diese Scharte auswetzen. In einer Reihe von wichtigen Terminen ist jener im Juli 2007 in Guatemala City der letzte, dann und dort bestimmt das IOC den Veranstalter. Doch schon viel früher wird man wissen, wie es um die Chancen der österreichischen Bewerbung bestellt ist.

Übermorgen tagen die deutschen Olympier, zuletzt wurde München für 2014 ins Spiel gebracht. München hätte einen speziellen Reiz als erste Stadt, die im Sommer (1972) und im Winter eine olympische Rolle spielt. Großstädte werden fürs IOC immer attraktiver, sie verfügen von Haus aus über die nötige Infrastruktur, große Flughäfen, genügend Hotels, mehrere Eishallen. Diese Punkte sind längst wichtiger als die Entfernung zum Nebenschauplatz Skipiste. Salt Lake City, wo mit 2399 Sportlern, ebenso vielen Funktionären und Betreuern sowie 8730 Journalisten und 22.000 freiwilligen Helfern die Winterspiele 2002 stattfanden, und sowohl Turin als auch Vancouver, wo es 2006 und 2010 um Medaillen geht, untermauern die These.

Für Salzburg sprach und spricht, dass das IOC die Kampagne 2010 ausdrücklich lobte. Durch die frühe Festlegung kann man nun Stimmung machen in der Stadt, in der eine Bürgerbefragung ansteht, und im Ausland. Schließlich kommen eine Biathlon-WM und eine Eishockey-WM über Österreich, der eine oder andere hohe Herr, dessen Stimme einmal Gewicht haben kann, wird zu Besuch kommen. Diese Herren gilt es davon zu überzeugen, dass Salzburg keine Kleinstadt ist. (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.1. 2005)