Düsseldorf - Die am Neuen Markt notierte Bochumer Phenomedia AG wird nach den Worten von Finanzvorstand Achim Illner dem virtuellen "Moorhuhn" auch ein Nest im Handy bauen. "Der ebenfalls online spielbare grüne Ochsenfrosch Gnarf wird auch zum Weihnachtsgeschäft über Mobiltelefone mit WAP-Technik spielbar sein", sagte Illner am Dienstag in Düsseldorf. Die Software-Entwickler hatten 1999 das operative Ergebnis um 148 Prozent auf 3,3 Millionen Mark gesteigert und den Umsatz auf 9,5 Millionen Mark verdoppelt. Dem Umsatzziel für 2000 von 16,3 Millionen Mark stehe aktuell ein Auftragsvolumen von zwölf Millionen Mark gegenüber. Am Frankfurter Neuen Markt verlor die Phenomedia-Aktie bei einem insgesamt schwachen Umfeld ein Prozent auf 79 Euro. Aufträge, Aufträge, ... "Wir können uns vor Aufträgen kaum retten", stellte Illner fest. Zusätzliche Wachstumsimpulse soll die Vernetzung von Internet, TV und klassischen Medien bringen. Phenomedia will seine Computer-Spielfiguren nicht nur dreidimensional ins Internet oder auf den Handy-Bildschirm bringen, sondern auch im Fernsehen und als Comic-Helden auftreten zu lassen. Der Comedy-Star Wigald Boning werde ebenfalls im April einen "Moorhuhn-Song" herausbringen. Dann falle auch der Startschuss für die "Deutsche Moorhuhn- Meisterschaft" im Internet. Nach Ostern werde das Spiel "Moorhuhn II" auf den Markt kommen, kündigte ein Sprecher des Unternehmens an. Neben neuen Merkmalen und Spielszenen würden die fliegenden "Moorhühner" viel schwerer zu treffen sein. Mit der neuen "Cheftaste" könne beim unerwarteten Auftauchen des Vorgesetzen das Spiel blitzschnell in den Hintergrund geklickt werden. Das ursprünglich für einen schottischen Whiskyproduzenten entwickelte Moorhuhn soll ebenso wie der zahnbewehrte Ochsenfrosch Gnarf ein Trickfilmstar werden. Phenomedia habe bis heute 60 Spiele entwickelt. 40 davon seien Auftragsproduktionen für Unternehmen oder auch für Bundesministerien. Im laufenden Jahr sei die Entwicklung von 40 Spielen geplant. "Die Gewinne können wir zurzeit äußerst ertragreich bei uns anlegen" Dividendenzahlungen plane das Unternehmen aktuell nicht, obwohl sich auch das Ergebnis pro Aktie auf 0,42 Euro verdoppelt habe. "Die Gewinne können wir zurzeit äußerst ertragreich bei uns anlegen", sagte der Finanzvorstand und verwies auf die Ebit-Marge von 35 Prozent. Weitere Akquisitionen werde das Unternehmen mit Aktien finanzieren. Dabei soll der Anteil des Managements nicht unter die Grenze von 51 Prozent rutschen. Derzeit halten Management und Angestellte 46,9 Prozent der Anteile, die Familie des Vorstandschefs Markus Scheer 16,9 Prozent, ein Investor "Pre.IPO" 5,2 Prozent und 31 Prozent liegen im Streubesitz. (Reuters)