Moskau - Der syrische Staatspräsident Bashar al-Assad ist am Dienstag vom russischen Präsidenten Wladimir Putin feierlich im Moskauer Kreml empfangen worden. Im Anschluss an die offizielle Begrüßung nahmen die beiden Staatschefs Arbeitsgespräche auf. Schwerpunkte seien die Situation im Irak, der Terrorismus und der Konflikt im Nahen Osten, hieß es. Assad wird bei seiner viertägigen Russland-Visite von einer umfangreichen Delegation begleitet; ein Ziel sei die Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Auch der russische Minister für Industrie und Energiewirtschaft, Viktor Christenko, und die Leiter der Betriebe, die mit Syrien kooperieren, waren anwesend.

Vor seiner Zusammenkunft mit Putin hatte Assad die gegenwärtige Situation im Irak als "Bedrohung für Syrien" bezeichnet und vor russischen Studenten die "Präsenz amerikanischer Truppen" in dem Nachbarland kritisiert. Um erfolgreich gegen den Terrorismus ankämpfen zu können, sei es unverzichtbar, dessen Wurzeln auszureißen, bemerkte Assad. Dafür müsse der Irak-Konflikt beendet, der Dialog aufgenommen und eine Friedenslösung für die gesamte Nahostregion gesucht werden. Washington beschuldigt Damaskus, ausländische Kämpfer über seine Grenzen in den Irak zu lassen und Exponenten des gestürzten irakischen Baath-Regimes zu schützen. Die russische Regierung hatte am vergangenen Freitag die amerikanischen Attacken gegen Damaskus zurückgewiesen.

Israel befürchtet Waffengeschäft zwischen Syrien und Russland

Die USA hatten mit dem "Syrian Accountability Act" Strafmaßnahmen auf wirtschaftlicher und diplomatischer Ebene gegen Syrien verhängt, um dessen Führung, wie es heißt, zu zwingen, die Unterstützung von Terrorgruppen einzustellen, keine Massenvernichtungswaffen zu entwickeln und die militärische Präsenz im Libanon vollständig zu beenden.

Israelische Medien hatten gemeldet, bei dem Besuch solle es um eine Lieferung russischer Raketen an Syrien gehen, die Israel verhindern wolle. Die Beziehungen Israels zu Russland seien wegen des Konflikts um das Waffengeschäft angespannt, berichteten die israelischen Medien. Syrien könnte mit den russischen Waffen Israel angreifen oder sie an islamistische Terroristen, etwa im benachbarten Irak weitergeben, werde befürchtet. (APA/dpa)