Fast 500.000 Überlebende der Flutwelle in Indonesien leiden nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an psychischen Störungen. Von diesen bräuchten voraussichtlich 200.000 auch in Zukunft psychiatrische Hilfe, sagte am Dienstag der WHO-Experte Benedetto Saraceno in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Mit Hilfe des Gesundheitsministeriums sollten Gemeinschaftszentren in der besonders schwer getroffenen Provinz Aceh errichtet werden. Dort würden traumatisierte Erwachsene und Kinder betreut. Ohne medizinische Betreuung würden die Überlebenden ein post-traumatisches Stress-Syndrom entwickeln, warnte ein Experte der Universität Melbourne, Harry Minas. Dabei werde das Gefühl des Schocks und der Taubheit von ständigen Angstattacken und Albträumen mit dem Tod als Inhalt abgelöst. Das Stress-Syndrom kann nach Aussage von Minas von allem ausgelöst werden, was die Betroffenen an den Tsunami erinnere, sei es Wasser, Strand oder Gewalt. (APA/AFP)