Wien – Eine Woche, nachdem die Polizei seine Amokfahrt durch Wien mit Schüssen stoppte, erlag der 24-jährige Felix T. seinen Verletzungen. Der junge Mann starb Montagabend auf der Intensivstation des SMZ-Ost.

Während die Staatsanwaltschaft die Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs durch die Exekutive untersucht, prüft ein Rechtsanwalt im Auftrag der Hinterbliebenen mögliche zivilrechtliche Schritte.

13 Schüsse

Insgesamt 13-mal hatte eine Wega-Streife vergangene Woche bei der elf Minuten dauernden Verfolgungsjagd von Wien-Neubau nach Wien- Penzing geschossen. Wie viele Schüsse davon den auf 500 PS aufgetunten Audi des Flüchtenden getroffen haben, konnte Ernst Geiger von der Kriminaldirektion 1 (KD 1) am Dienstag nicht sagen.

Nicht suspendiert

Sicher ist nur, das der 24-Jährige selbst drei Mal getroffen wurde, wobei ein Kopfschuss schließlich zum Tod geführt hat. Der Schütze selbst sei weiter dienstfähig und nicht suspendiert.

Warnschüsse

Für Thomas Angermair, den Anwalt der Familie, ist der exakte Ablauf der Amtshandlung klärungsbedürftig – etwa ob und wie viele Warnschüsse abgegeben wurden. Und warum die tödlichen Schüsse in einem eher dünn besiedelten Gebiet fielen, wo die Fremdgefährdung nicht mehr so groß war. "Es geht dabei primär nicht um finanzielle Ansprüche, sondern um Aufarbeitung. Gerade die beiden jüngeren Brüder wollen wissen, wie ihr Bruder umgekommen ist."

Gang zum UVS überlegt

Angermaier will zunächst die Ergebnisse der Polizeiermittlungen abwarten sowie bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht nehmen, um mögliche zivilrechtliche Ansprüche "in Ruhe zu prüfen". Auch ein Gang vor den Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) "scheint mir ein Mittel zur Aufarbeitung zu sein", erklärt der Rechtsvertreter. (moe, DER STANDARD Printausgabe, 26.01.2005)