Mailand/Wien - Die demokratische US-Senatorin Hillary Clinton hält die von den Republikanern propagierte sexuelle Enthaltsamkeit für sinnvoll, um die wachsende Zahl von Abtreibungen einzudämmen.

Beobachter in den USA sehen diesen Schwenk der als "liberal" geltenden Ex-Präsidentengattin bereits in Zusammenhang mit einer möglichen Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2008, wie die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch schreibt.

Hillary Clinton äußerte sich bei einer Rede in Albany, der Haupstadt des Staates New York, zum Thema Abtreibungen. "Wir müssen uns klar werden, dass die Abtreibung eine tragische Entscheidung für die Frauen ist", so die Senatorin. Es gelte eine "große Allianz zu bilden" zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern - "für die sexuelle Aufklärung, den Gebrauch von Verhütungsmitteln, die sexuelle Enthaltsamkeit", so Hillary Clinton, die sogar lobende Worte für "die moralischen und religiösen Werte" fand, durch die junge Leute zum Verzicht auf den Geschlechtsverkehr ermuntert würden. "Wir unterstützen diese Programme, sie sind nicht nur intelligent, sondern auch gerechtfertigt".

Für Verhütungsmittel

Die Politikerin beklagte zugleich, dass mehr als eine Million Schwangerschaftsabbrüche in den USA vermeidbar seien. Die Hälfte seien auf jene sieben Prozent der Frauen zurückzuführen, die keine Verhütungsmittel verwendeten. "Ich bin weiterhin der Meinung, dass die Frau das Recht auch eine freie Entscheidung (zur Abtreibung) haben muss, aber sie hat damit eine schwerwiegende Verantwortung", betonte die Senatorin.

Die frühere "First Lady" kritisierte jedoch US-Präsident George W. Bush wegen seiner Vorstöße zur Beschränkung der Abtreibungen. Damit würde das Leben vieler Mütter in Amerika und in der Welt gefährdet. Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche müsse so stark möglich eingedämmt werden, ohne diese aber gesetzlich zu verbieten. Für alle, die sich für dieses Ziel einsetzten, gebe es die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens.(APA)