Wien- 30 Zentimeter Neuschnee binnen 24 Stunden wurden auf der Hohen Warte in Wien registriert - so viel wie seit 1969 nicht. Damals fielen laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik von 26. auf 27. März ebenfalls 30 Zentimeter der "weißen Pracht".

Mehr Schneezuwachs auf der Hohen Warte gab es den Angaben zufolge vom 4. auf 5. Februar 1941. Damals wuchs die Gesamtschneemenge von 13 auf 50 Zentimeter.

Ein intellektueller Gewinn

Schneefall in Wien ist auch ein intellektueller Gewinn. Schließlich spornen natürliche, vorhersehbare und gerade deshalb regelmäßig umso überraschender auftretende Wetterphänomene den Forschergeist der Wiener an. Und so löste ein Posting auf derstandard.at schon wenige Stunden nach der ersten Schneeflocke das ewige Rätsel, woher Stadtschnee eigentlich kommt: "Die Räumfahrzeuge sind am Schneefall schuld, weil immer, wenn man viele davon sieht, dann schneit's", schlussfolgerte der Poster fast zwingend logisch.

Das Wiener Rathaus verlautetet dagegen eher prosaisch (und ohne jedes Schuldbewusstsein): "Alles, was Räder hat, fährt." In Summe seien das etwa 400 Fahrzeuge, von denen 79 als "Großräumfahrzeuge" gelten.

Autos stehen lassen

In Wien appellierte indes die Schneeräumungsverantwortliche, Stadträtin Ulli Sima, die Autos unbedingt stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren - dies helfe der Schneeräumung beim Räumen.

Denn aus wiederholter Erfahrung müsste man das Regengedicht von Miguel Herz-Kestranek adaptieren: "waun en wean a schnee is . . . daun hüfd ka kiwarei / daun hüfd ka schrein / daun hüfd ka hubbm / daun hüfd ka rodlechd / daun hüft ka grünwelle / daun schdedda fakea / waun en wean a schnee is wean aus olle auddofoara schdoezze wüsdnsöne / dewos kan schnee kenan." (aw, frei, rott, DER STANDARD Printausgabe 27.1.2005)