SJÖ: "6 Monate für ALLE"

foto: sjoe
Wien - Die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ) veranstaltete am Donnerstag anlässlich der Präsidiumssitzung der Zivildienst-Reformkommission eine Medienaktion unter dem Motto "Weg mit dem Zuvieldienst, 6 Monate sind genug!". Ludwig Dvorak, Vorsitzender der SJÖ, sieht in der letzten Tagung der Reformkommission die letzte, wenn auch unrealistische Chance, den Zivildienst doch noch mit dem Wehrdienst gleichzustellen.

"Die Regierungsparteien versuchen mit allen Mitteln, die Gleichstellung zu verhindern. Hier werden entscheidende Verbesserungen für die Zivildiener anscheinend auf Kosten von parteipolitischen und ökonomischen Interessen rücksichtslos blockiert", so Dvorak am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Interessen

Dvorak zeigt sich enttäuscht darüber, dass in der Kommission die Interessen der Zivildiener letzten Endes auf der Strecke bleiben. "Das einzige was anscheinend zählt, sind Interessen der Trägerorganisationen. Selbst bei der Anhebung des Verpflegungsgeldes ist zu befürchten, dass die Anhebung auf das absolute Minimum von 13,6 Euro pro Tag blockiert wird. Dass die derzeitige Verpflegungssituation der Zivildiener für einen Rechtsstaat untragbar ist, stört anscheinend nur Wenige."

Zur Position der Regierungsparteien nimmt Dvorak folgendermaßen Stellung: "Im Zuge der Diskussion um den Zivildienst wird immer wieder die herausragende Bedeutung für das Sozialsystem betont. Da anscheinend kein Zweifel daran besteht, wie wichtig unser Sozialsystem ist, wäre es konsequent gedacht logisch, in diesem Sektor auf die Schaffung von qualitativen Arbeitsplätzen zu setzen und so gleichzeitig die steigende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen."

"Gleichstellung sofort notwendig"

Auf die Idee des Kommissionsvorsitzenden Mayer, eine Verkürzung auf sechs Monate frühestens 2010 anzudenken, entgegnet Dvorak: "Eine Gleichstellung ist nach demokratischen Maßstäben sofort notwendig. Ob Saturn und Jupiter im Jahr 2010 in einer günstigeren Konstellation zueinander stehen, ist für diese Thematik irrelevant. Der Zivildienst ist ein Wehrersatzdienst und kein Arbeitsmarktservice für Sozialkonzerne." (red)