Klagenfurt/Wien - Die Finanzverwaltung hat in Kärnten eine ganze Reihe von Scheinfirmen ausgehoben. Wie am Donnerstag bekannt wurde, gab es Hausdurchsuchungen in Kärnten und Wien, insgesamt wurden neun Personen festgenommen.

Arbeiter vom "Arbeiterstrich"

Die Scheinunternehmer rekrutierten Arbeiter am so genannten Wiener "Arbeitsstrich" und meldeten diese als Bauarbeiter bei der Kärntner Gebietskrankenkasse an.Die Arbeiter wurden anschließend auf Großbaustellen im Raum Wien eingesetzt, ihr Geld erhielten sie wöchentlich bar ausgezahlt. Sozialabgaben und Lohnsteuer wurden nicht entrichtet.

Millionenbetrug: Keine Steuern und Sozialversicherung

Die Scheinfirmen wurden laut einem Bericht ORF-Radio Kärnten lediglich zu dem Zweck gegründet, um Steuern und Sozialversicherung zu hinterziehen. Die Firmen in Klagenfurt und Villach wurden in Kleinwohnungen eingerichtet, die Ausstattung bestand meist nur aus einem Faxgerät. Laut Angaben der Finanzbehörden liegt der Schaden für Finanz und Sozialversicherungsträger in Millionenhöhe. Die Bauherren auf den Baustellen waren von den Betrügereien nicht informiert.

Bei den neun festgenommenen Personen handelt es sich sowohl um Österreicher als auch um Bürger aus dem ehemaligen Jugoslawien. Nähere Angaben zu den Verdächtigen, die in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert wurden, gab es vorerst nicht. (APA)