Wien/Bagdad - Exiliraker, die in Österreich leben, müssen einen weiten Weg zurücklegen, bevor sie ihre Stimme für die irakischen Wahlen vom Wochenende abgeben können. Das nächste offizielle Wahllokal befindet sich erst in München.

Laut Auskunft des österreichischen Außenministeriums wurden die Auslandswahllokale durch die "International Organization for Immigration" festgelegt. Ausschlaggebend für die Auswahl dieser Punkte war die jeweilige Anzahl der Exil-Iraker in den Ländern. Insgesamt gibt es in 14 Ländern außerhalb Iraks die Möglichkeit zur Stimmabgabe.

1.500 wählen in München

Die österreichischen Exil-Iraker haben sich organisiert und fahren gemeinsam mit Bussen und Privat-Autos von Wien und Linz nach München, erläutert Bakir Aljawahiri gegenüber derStandard.at. Der Obmann einer irakisch-österreichischen Akademiker-Vereinigung: "Insgesamt werden rund 1.500 Exil-Iraker ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen, auch wenn die Anreise etwas beschwerlich ist."

Mit der Stimmabgabe von Exilirakern in Australien hat am Freitag die erste freie irakische Parlamentswahl seit über 50 Jahren bereits begonnen. Insgesamt haben sich in den 14 Staaten 280.000 Iraker für die Abstimmung registriert. Im Irak selbst wird nur am Sonntag gewählt. (rasch/red)