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Wenn Serena Williams zuschlägt, hat der Ball einiges auszuhalten.

Foto: Reuters/Wimborne

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Für Lindsay Davenport blieb der Trostpreis.

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Melbourne - Mit der triumphalen Rückkehr bei den Australian Open hat Serena Williams alle Kritiker Lügen gestraft und den erneuten Sprung an die Spitze der Tennis-Weltrangliste im Visier. Eineinhalb Jahre nach ihrem bisher letzten Grand-Slam-Titel in Wimbledon drehte die anfangs angeschlagene US-Amerikanerin das Finale gegen ihre Landsfrau Lindsay Davenport noch um und feierte mit 2:6,6:3,6:0 ihren zweiten Triumph in Melbourne nach 2003.

Sprung in der Weltrangliste

In der Weltrangliste katapultierte sich die 23-Jährige durch ihren siebenten Grand-Slam-Erfolg im Einzel und den insgesamt 13. ihrer Karriere von Platz sieben auf Rang zwei hinter Davenport. "Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Dass ich vor dem Turnier nicht die Vorbereitung hatte, die ich wollte, gibt mir jetzt zusätzlich Selbstvertrauen."

Im Sommer 2003 hatte sich die US-Amerikanerin einer Knieoperation unterzogen, konnte zu den Australian Open im Vorjahr nicht antreten und verbuchte als größten Erfolg danach die erneute Final-Teilnahme bei den All England Championships. Dort verlor sie ebenso gegen die Russin Maria Scharapowa wie im Endspiel der WTA-Championships im November, als sie eine Bauchmuskelzerrung entscheidend schwächte.

Zunächst schlecht unterwegs

Auch unter dem Dach der Rod-Laver-Arena, das am regnerischen Samstag geschlossen worden war, schien Serena wegen einer Blessur auf die Verliererstraße zu geraten. Als sie sich beim letzten Punkt im ersten Spiel nach einem Rückhandball streckte und ausholte, verrenkte sie sich eine Rippe und konnte nicht mehr richtig aufschlagen. Nach dem ersten Gamegewinn zum 1:4 ließ sie die Rippe in der Kabine einrenken und kam danach besser in die Partie.

Beim Stand von 2:2 im zweiten Satz wehrte Williams sechs Breakbälle ab. "Dieses Spiel wollte ich halten, selbst wenn mir der Arm abgefallen wäre", sagte sie. Die Vorentscheidung in der besten Phase der nur selten hochklassigen Partie fiel, als Davenport bei 3:4 trotz 40:0-Führung ihren Aufschlag noch verlor. Die Nummer eins der Welt holte danach kein Spiel mehr und im letzten Satz gerade noch läppische acht Punkte. Nach 89 Minuten und dem ersten Matchball stand die zehnte Niederlage im 14. Vergleich mit Serena Williams fest.

Davenport muss weiter warten

"Ich habe ihr die Tür geöffnet, und sie ist durch gegangen", sagte Davenport, "am Ende war ich auch etwas müde." Die 28-Jährige hatte in Melbourne auch Doppel gespielt und am Freitag dort ebenfalls das Endspiel verloren. Auf einen Grand-Slam-Titel wartet sie seit ihrem Erfolg bei den Australian Open vor nunmehr fünf Jahren.

Serena Williams siegte dort wie vor zwei Jahren nach der Abwehr von Matchbällen im Halbfinale und beeindruckte mit großem Kampfgeist. Außerhalb des Platzes gab sie sich gereift. "Ich habe darüber nachgedacht, was ich im Leben will. Gott und die Familie sind die Nummer eins. Das ist ein solides Fundament, alles andere kommt dann schon", erklärte die US-Amerikanerin, die einen Teil ihrer Siegesprämie von umgerechnet 700.000 Euro in einen Pelzmantel investieren wollte.

Herren-Doppel an Wayne Black und Kevin Ullyett

Den Titel im Herren-Doppel und umgerechnet 255.000 Euro holten sich erstmals Wayne Black und Kevin Ullyett aus Simbabwe. Nach dem Halbfinal-Sieg über den ÖTV-Daviscupper Jürgen Melzer und dessen deutschen Partner Alexander Waske gewannen die US-Open-Sieger von 2001 im Finale 6:4,6:4 gegen die US-Zwillinge Bob und Mike Bryan. Ullyett beendete danach auch die Hoffnungen von Martina Navratilova auf den 59. Grand-Slam-Titel. Die 48-Jährige scheiterte im Mixed-Halbfinale mit dem Weißrussen Max Mirnyi an Ullyett und Liezel Huber aus Südafrika.(APA/dpa)