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"Das Haus der Freiheiten in eine einzige Partei zu verschmelzen, ist mein großer politischer Traum", betonte Regierungschef Silvio Berlusconi. Außenminister Gianfranco Fini, Chef der rechten Regierungspartei Alleanza Nazionale (AN), zeigte sich mit dem Projekt einverstanden.

Foto: Reuters/Vincenzo Pinto
Rom - Elf Jahre nach der Gründung seiner Mitte-Rechts-Koalition will der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi einen weiteren politischen Schritt unternehmen, um die Rechte in Italien zu stärken. Der Premierminister betonte im Gespräch mit Journalisten, er hege den Plan einer Fusion der Gruppierungen des "Hauses der Freiheiten" in eine einzige Partei.

"Das Haus der Freiheiten in eine einzige Partei zu verschmelzen, ist mein großer politischer Traum. Ich hoffe, dass sich dies machen lässt", betonte der Regierungschef. Mit dem Projekt einverstanden erklärte sich am Samstag auch Kammerpräsident Pier Ferdinando Casini, Spitzenpolitiker der christdemokratischen CCD. "Eine neue Phase sollte für die Mitte-Rechts-Allianz beginnen", meinte Casini.

Fini befürwortet das Projekt

Auch Außenminister Gianfranco Fini, Chef der rechten Regierungspartei Alleanza Nazionale (AN), ist mit dem Projekt einverstanden. "Mit einem gemeinsamen Programm und gemeinsamen Werten wäre eine einzige Mitte-Rechts-Partei kein Ding der Unmöglichkeit", meinte Fini. Obwohl jede Partei der Mitte-Rechts-Allianz eine eigene Identität habe, sei die Einstimmigkeit in der Koalition groß. Eine Fusion sei daher seiner Ansicht nach nicht auszuschließen.

Finis Parteikollege, Vize-Industrieminister Alfonso Urso, forderte eine Auflösung der Alleanza Nazionale mit dem Ziel, die Kandidatur Finis für den Posten des Regierungschefs im Jahr 2006 zu fördern. "Fini könnte um den Regierungschef-Posten werben, während Berlusconi Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi im Quirinal ablösen könnte", meinte Urso.

UDC: "Kein aktuelles Thema"

Marco Follini, Chef der christdemokratischen UDC, der kleinsten Gruppierung im Vier-Parteien-Block, will jedoch von den Fusionsplänen seiner Koalitionskollegen nichts wissen. "Es ist wichtig, den Zusammenhalt der Koalition im Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr zu stärken. Fusionsgespräche sind meiner Ansicht nach kein aktuelles Thema", sagte Follini.

Berlusconis Koalition bereitet sich inzwischen auf dem Regional- und Teilkommunalwahlen am 3. und 4. April vor. Die Regionalwahlen sind ein wichtiger Test für den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, der in den vergangenen Monaten in seiner Koalition unter Druck geraten war. Zudem musste sein Mitte-Rechts-Lager bei den Europa- und Kommunalwahlen im vergangenen Juni schwere Verluste hinnehmen. 2006 stehen Parlamentswahlen an, von denen sich Berlusconi die Wiederwahl erhofft. (APA)