Der Bischof von Pompei, Carlo Liberati, hat seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr mehrfach Drohbriefe erhalten, schreibt Kathpress. Der Bischof, der in seiner Diözese eine Kampagne zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität gestartet hat, erzählte jetzt in Interviews mit Zeitungen und TV-Stationen, er habe Briefe bekommen, in denen unter anderem zu lesen war: "Wer lässt dich all das tun? Wer schickt dich? Was willst du? Was machst du hier?"

Sprengsatz vor Kirche

Wie die katholische Tageszeitung "Avvenire" in ihrer Sonntagsausgabe berichtete, sind in Süditalien in den letzten Tagen mehrere Personen und Einrichtungen der katholischen Kirche zur Zielscheibe des organisierten Verbrechens geworden. So sei in der Stadt Vibo Valentia in Kalabrien ein Sprengsatz vor der Pfarrkirche Santa Maria de Latinis entdeckt worden. Kurz zuvor war in derselben Stadt eine Bombe vor dem Sitz der Gewerkschaft CGIL explodiert.

Pfarrer rufen zum Widerstand auf

Mehrere Pfarrer haben in Neapel laut "Avvenire" einen Appell veröffentlicht, in dem sie die Unvereinbarkeit von Camorra und Evangelium betonen und zum Widerstand gegen die Gewalt des organisierten Verbrechens aufrufen. In Neapel ist seit mehreren Monaten ein "Krieg" zwischen Camorra-Clans im Gang, dem bereits zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen sind. (APA)