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Innerhalb von wenigen Minuten sammelte Sharon Stone in Davos über eine Million Dollar für Tansania.

Foto: AP/MICHEL EULER
"Ich will hier und heute 10.000 Dollar für die Bekämpfung von Malaria und Aids in Afrika spenden." Dass Sharon Stone mit dieser Ansage im Rahmen einer Diskussion beim Weltwirtschaftsforum in Davos bei Anwesenden stante pede eine Million Dollar für Tansanias Präsidenten Benjamin William Mkapa lukrieren konnte, beweist einmal mehr: Zur rechten Zeit am richtigen Ort richtige Dinge zu tun ist Goldes wert.

Nicht zuletzt für Exsuperstar Stone, die mit dieser Aktion in Zeiten zunehmend verringerter Popularität die größten Schlagzeilen seit Jahren verbuchen konnte. Dass sie sich seit geraumer Zeit inständig um eine Fortsetzung ihres einstigen Kinohits Basic Instinct bemüht, hat die Weltöffentlichkeit nur mäßig beschäftigt.

Charity als Flucht

Und so teilt sie mit unzähligen anderen Hollywood-Diven die bittere Erkenntnis: Wenn man nach einigen wenigen Jahren des hoch dotierten Ruhms (etwa als "Sexsymbol") nicht in Verzweiflung und Enttäuschung enden und trotzdem "im Geschäft bleiben" will, bleibt nur der Charity-Bereich. So werden manche - Elizabeth Taylor hat's schon vorexerziert - die früher gute Figur gemacht haben, langsam zum "guten Gewissen".

"Kaum wurde ich 40, wurde ich weggeschmissen." Diesen Satz zelebrierte Sharon Stone kürzlich ziemlich genüsslich - als alterndes Exmodell in der (gefloppten) Comicverfilmung Catwoman. Angeblich hat sie diese Aussage selbst ins Drehbuch hineinreklamiert.

IQ von 154

Aber was heißt das schon: angeblich. Zur PR-Maschinerie rund um Stone gehörte immer schon das geschickt lancierte Gerücht. Angeblich verfügt die 1958 in Meadville geborene Miss Pennsylvania über einen genialen IQ von 154.

Angeblich wurde sie für die berühmte Verhörszene ohne Unterhöschen in Basic Instinct (1992) von Regisseur Paul Verhoeven hineingelegt. Ganz sicher aber verfügt die Schauspielerin über einen ziemlich pragmatischen, durchaus selbstironischen Geschäftssinn.

Interviews mit ihr gehörten in den 90ern zum Witzigsten, das PR-Agenten den Berichterstattern anbieten konnten. Unvergesslich Aussagen wie: "Na gut, jetzt kennt halt die ganze Welt meine Schamhaare."

Toughe Gelassenheit

Mit derart tougher Gelassenheit ganze Serien schlechter Filme - von Police Academy 4 über Quatermain bis herauf zu Sliver - oder Duschszenen mit Silvester Stallone vergessen zu machen: Darin war Sharon Stone geradezu einzigartig und ihrer einstigen direkten Konkurrentin Demi Moore definitiv überlegen.

Und sie bewies etwa bei Auftritten in Woody Allens Stardust Memories, Martin Scorseses Casino oder Albert Brooks' The Muse durchaus Format.

Trotzdem: mit 40 "weggeschmissen". Und dennoch: in Davos eine Million Dollar gesammelt. Wir werden weiterhin von dieser Lady hören. (Claus Philipp, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.01.2005)