Kaiserliche Hoheit hatten einen guten Blick, denn die 1890 erbaute Ferdinandswarte – die sich seit 1960 im Besitz der Stadtgemeinde Mautern befindet – bietet wohl die schönste Sicht auf die Wachau und die Donau zwischen Dürnstein und Krems.

Krieg...

Die malerische, idyllische Platte in der Stromschlinge von Dürnstein bis Loiben war am 11. November 1805 Schauplatz einer blutigen Schlacht: Die Österreicher unter Feldmarschall-Leutnant Heinrich Schmidt und die Russen unter General Kutusow schlugen eine französische Truppe unter General Mortier. Schmidt fand dabei den Tod. Anläßlich der hundertjährigen Wiederkehr der Auseinandersetzung errichtete man ein Denkmal, das man von der Warte gut erkennen kann. Die Schlacht fand übrigens Eingang in die Weltliteratur, sie wurde von Tolstoi in „Krieg und Frieden“ beschrieben.

Von der Warte erreicht man in wenigen Minuten ein sonnenbeschienenes Plateau, in das die Ortschaften Ober- und Unterbergern eingebettet sind. Über diese kleine Hochfläche führte einst die Römerstraße, die den sumpfigen Niederungen auswich. Die militärischen und zivilen Stützpunkte am südlichen Ufer der Donau waren durch Stichstraßen angebunden, eine durchgehende Verbindung am rechten Stromufer gibt es erst seit dem 17. Jh.

Beim Abstieg nach Mauternbach kommt man kurz vor Erreichen des verbauten Gebietes an einem sehr gut erhaltenen Stück dieser Römerstraße vorbei. Die Spurrillen im Gestein sind noch sehr gut zu erkennen, eine Tafel informiert über Entstehung und Geschichte dieser einst wichtigen Verkehrsverbindung.

Von der Hochfläche hat man einen sehr schönen Blick auf Stift Göttweig.

Ein Tip: Die Torten, die man im Gasthaus in Oberbergern anbietet, sind allein schon diesen Ausflug wert.

...und Frieden

Die Runde beginnt in Mauternbach. In der Kurve der Hauptstraße – nahe einer Kapelle – führt ein schlecht blau-markierter Weg den Mauternbach entlang nach Hundesheim.

Von dort muß man etwa einen Kilometer stromaufwärts auf der Bundesstraße marschieren, dann zweigt links die blaue Markierung ab, die in Serpentinen zur Ferdinandswarte führt. Gehzeit ab Mauternbach 1¼ Stunden. Nun wechselt man auf die gelbe Markierung, hält sich bei einem Biotop (Naturdenkmal) rechts und wandert in einem weiten Bogen über den Gochelberg nach Oberbergern. Gehzeit ab Warte etwa eine Stunde.

Für den Rückweg wählt man die rote Markierung, die von der Straße nach Rossatz abzweigt. Man kommt nochmals an dem Biotop vorbei, hält sich geradeaus und steigt gemächlich auf der roten Markierung nach Mauternbach ab. Gehzeit ab Oberbergern etwa eine Stunde.

Gesamtgehzeit 3¼ Stunden, Höhendifferenz rund 250 m. Gasthaus Wagner in Oberbergern (Dienstag Ruhetag).

Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 37 (Mautern)