Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: REUTERS/Bill Robles
Santa Maria/USA - Zum Auftakt des Prozesses gegen Popstar Michael Jackson hat das Gericht in Kalifornien mit der Auswahl der Geschworenen begonnen. Am Montag erschienen in zwei Gruppen insgesamt 300 Kandidaten, weitere 450 sollen bis Mittwoch folgen. Aus ihrem Kreis werden die zwölf Geschworenen und acht Ersatzmitglieder ausgewählt, was mehrere Wochen dauern kann. Richter Rodney Melville erklärte den Kandidaten, dass sie dem Gericht für rund sechs Monate zur Verfügung stehen müssten.

"Die Freiheit gibt es nicht umsonst", sagte Melville in Santa Maria. "Der Dienst als Geschworener ist Teil des Preises der Freiheit." Die ersten beiden Gruppen bestanden überwiegend aus Weißen, etwa ein Viertel waren Latinos, nur wenige Schwarze. Viele Kandidaten äußerten sich zurückhaltend über ihre Bereitschaft, als Geschworene zu fungieren. 138 baten darum, von der Jurypflicht entbunden zu werden. Als Gründe nannten sie Schwangerschaft, Befangenheit, hohes Alter oder pflegebedürftige Angehörige. Diejenigen, die das Gericht als mögliche Kandidaten heranzieht, müssen zunächst Fragebögen ausfüllen und werden dann von Staatsanwaltschaft und Verteidigung einzeln befragt.

Eltern und Geschwister Jacksons enttäuscht, dass sie nicht anwesend sein durften

Die Eltern und Geschwister des US-Popstars Michael Jackson haben sich enttäuscht darüber geäußert, dass sie beim Verfahrensauftakt gegen den 46-Jährigen in der südkalifornischen Kleinstadt Santa Maria nicht anwesend sein durften. "Sie sind enttäuscht", sagte die Sprecherin von seinen Eltern Joe und Katherine Jackson, Angel Howansky, am Montag. Zunächst seien die Angehörigen regelrecht schockiert gewesen, als das Gericht ihre Anwesenheit untersagt habe, weil sie die Entscheidung nicht verstanden hätten. Da dies aber angeordnet worden sei, weil es im Gerichtssaal nicht genügend Platz gebe, habe die Familie nun volles Verständnis und werde "mit dem Gericht zusammenarbeiten" und es unterstützen.

Ursprüngliche habe die ganze Familie des Sängers zum Prozess kommen wollen, sagte die Sprecherin. "Alle haben ihre Pläne über den Haufen geworfen, ihre (Musik-)Aufnahmen, und einige Familienmitglieder sind aus Übersee eingeflogen." Jacksons Vater habe eigens seinen Aufenthalt in der chinesischen Hauptstadt Peking abgebrochen. Den Jacksons gehe es gut, betonte die Sprecherin, sie seien froh, "dass alles geklappt hat", und hätten am Telefon "gekichert".

Vorwürfe gegenüber Jackson

Jackson wird vorgeworfen, auf seiner Neverland Ranch einen damals 13-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Jackson hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Zum Prozessbeginn erschien der 46-Jährige ganz in weiß gekleidet vor Gericht.

Der heute 15-jährige Hauptbelastungszeuge wird nach einer Entscheidung von Richter Melville öffentlich gegen den Sänger aussagen. Ebenfalls aussagen werden wohl seine Mutter und sein Bruder, der nach eigenen Angaben Zeuge des Missbrauchs wurde. Als Beweismittel sind außerdem mehrere Dutzend Zeitschriften und Videos mit sexuellem Inhalt zugelassen, die bei einer Razzia auf Jacksons Ranch sichergestellt worden waren. (APA/AP)