Bogota - Der Ehemann der vor mehr als drei Jahren von FARC-Rebellen entführten früheren kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt hat Präsident Alvaro Uribe die Blockade der Freilassung seiner Frau vorgeworfen. So habe Uribe gewusst, dass der aus Venezuela verschleppte so genannte Außenminister der FARC, Rodrigo Granda, sich in Caracas für einen Austausch der Gefangenen beider Seiten einsetzte, sagte Juan Carlos Lecompte dpa am Mittwoch. Granda habe zu diesem Zweck Kontakte mit nicht näher bezeichneten Schweizern in Venezuela unterhalten.

Austausch

Die Verschleppung Grandas am 13. Dezember 2004 hatte eine schwere diplomatische und wirtschaftliche Krise zwischen Kolumbien und Venezuela ausgelöst, die bei einem Besuch Uribes an diesem Donnerstag in Venezuela beigelegt werden soll. "Uribe wusste, dass Granda in Venezuela mit einigen Schweizern, bei denen es sich nicht um Regierungsvertreter handelt, über einen Austausch der in Kolumbien Entführten sprechen würde", sagte Lecompte weiter. Uribe habe damit bereits fünf mal seine Bemühungen und die anderer Personen für einen möglichen Austausch durchkreuzt.

Ein Austausch ist bisher an unüberbrückbaren Differenzen zwischen beiden Seiten gescheitert. So machte Uribe die Freilassung einiger rangniederer FARC-Häftlinge von der Freilassung aller 63 von den FARC entführten Soldaten, Polizisten und Politikern abhängig. Die FARC ihrerseits forderten eine demilitarisierte Zone im Süden des Landes. Die Auslieferung des Mitglieds der FARC-Führung Simon Trinidad am 31. Dezember vergangenen Jahres an die USA hat nach Einschätzung politischer Beobachter in Bogota die Chancen für eine Freilassung der Geiseln inzwischen erheblich verschlechtert. (APA/dpa)