Wien - Die von der Bundesregierung vorgesehene Außerkraftsetzung des Hausbesorgergesetzes per Ende März ruft Widerstand auf Gewerkschafterseite hervor. Am Mittwoch hat sich die Gewerkschaft Hotel, Gasgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) dagegen ebenso zu Wort gemeldet wie die Bundesfrauenvorsitzende in der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG), Christine Gubitzer. Bereits vergangene Woche sprachen sich Arbeiterkammer und SPÖ gegen die Wohnpläne der Regierung aus. Wie berichtet, soll das bisherige Hausbesorgergesetz künftig durch normales Dienstrecht ersetzt werden. Durch diese Änderung seien vor allem Arbeitsplätze von Frauen in Gefahr, teilte die HGPD-Zentralsekretärin Roswitha Bachner dazu heute mit. Insgesamt seien 32.000 Personen österreichweit als HausbesorgerInnen tätig, mehr als 80 Prozent davon Frauen, von denen wiederum mehr als die Hälfte Alleinerzieherinnen oder Familienalleinerhalterinnen seien. Die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes öffne bei dieser Berufsgruppe künftig "Tür und Tor für atypische Beschäftigungsverhältnisse", so Bachner. Vollwertige Arbeitsplätze sollen gegen geringfügige Beschäftigungsverhältnisse eingetauscht werden, befürchtet sie. "Massiver Angriff auf Frauen" In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordert die HGPD die umgehende Aufnahme von Gesprächen mit VertreterInnen der Wohnungswirtschaft, der Politik und der Mietervertretung. Am Montag wird die Gewerkschaft in einer Pressekonferenz in Wien über weitere Schritte informieren, für Donnerstag nächster Woche ist eine Kundgebung der HausbesorgerInnen ("Hausbesorger-Kehraus") vor der ÖVP-Zentrale geplant. Die Bundesfrauenvorsitzende der FCG, Christine Gubitzer, sieht in der Maßnahme "einen massiven Angriff auf Frauen in niederen sozialen Rängen". Indirekt müsse das "auch als Ausländerfeindlichkeit gesehen werden, weil viele Ausländerinnen bzw. naturalisierte Österreicherinnen im Hausbesorgerdienst stehen". Gubitzer fordert ebenfalls rasche Verhandlungsbereitschaft seitens der Regierung und erwartet baldige konstruktive Gespräche der Sozialpartner. (APA)