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Wien - Die Flugbewegungen über Liesing sollen um 40 Prozent reduziert werden - so lautet zumindest ein Vorschlag der "Evaluierungsgruppe" im Mediationsverfahren Flughafen Wien. Für Gemeinderat Erich Valentin, den SP-Vertreter im Mediationsverfahren, ist dies - und eine angedachte leichte Verlegung der Flugroute - "ein gutes, viel versprechendes Ergebnis".

Auch VP-Gemeinderat Gerhard Pfeiffer nennt den Vorschlag "einen ersten Erfolg". Aber: "Wir bestehen auf weitere Verbesserungen." Und Roman Stiftner, Bezirksparteiobmann der ÖVP Liesing: "Nachdem die Vereinbarungen des Teilvertrags derzeit leider nicht immer eingehalten werden, können wir uns als ersten Schritt Sanktionen bei Nichteinhaltung vorstellen - Pönalzahlungen könnten dann beispielsweise für Sozialprojekte oder Lärmschutzmaßnahmen im betroffenen Bezirk genutzt werden."

Standortsicherung

Mittelfristig und zur Sicherung des Standortes der "Vienna Region" müsse laut Pfeiffer über einen neuen Flughafen nachgedacht werden, der imstande sei, "die stark steigenden Flugbewegungen umweltverträglich aufzunehmen".

Von dem Vorschlag des Liesinger SP-Bezirksvorstehers Wurm, der die Flugroute um zweihundert Meter nach Süden verschieben möchte, hält Stiftner jedoch nichts: "Das ist eine reine Alibiaktion des in Bedrängnis geratenen SP-Politikers. Da die Breite des Flugkorridors ohnehin mehrere hundert Meter beträgt, ist diese minimale Verschiebung eine Farce."

"Hohn für Liesing

"Farce" ist auch das Vokabel, das FPÖ-Umweltsprecherin Brigitte Reinberger führt. Die versprochene Reduktion um 40 Prozent ab 2005 bedeute "noch immer wesentlich mehr Überflüge als 2003. Von quasi null auf hundert - und dann minus 40 Prozent als Erfolg zu verkaufen ist ein Hohn für Liesing. Reinberger fordert eine Deckelung der Überflüge. Auch die FPÖ schlägt einen neuen Airport vor: einen gemeinsamen Flughafen Wien/Bratislava/Budapest. (frei, DER STANDARD - Printausgabe, 8.02.2005)