Wien - Mit Siemens Österreich als strategischem Partner und einem global agierenden Finanzpartner an der Angel will die red-stars.com data AG als erstes österreichisches Unternehmen den Sprung an die US-Higtechbörse Nasdaq schaffen. Am 1. April tritt das "Dream-Team" von Firmengründer Thomas Streimelweger die Geschäftsführung des brandneuen Unternehmens an, das den osteuropäischen Internet-Markt erobern will. Schon im 1. Quartal kommenden Jahres könnte der Börsegang Realität werden. Das Nasdaq-Listing ist Streimelwegers Wunsch. Wahrscheinlicher werde ein Börsegang am Neuen Markt in Frankfurt, an der Easdaq in Brüssel oder an der Londoner Börse sein. Realistischer Zeitpunkt sei das erste Quartal 2001, einen früheren Börsegang schließe er aber nicht aus, so Streimelweger am Donnerstag bei der Präsentation der strategischen Partnerschaft mit Siemens in Wien. red-stars.com ist als Plattform für Internet Start-up Companies in Mittel- und Osteuropa mit einem Startkapital von 3 Mill. Euro (41,3 Mill. S) gegründet worden. In einem nächsten Schritt ist eine Aufstockung des Kapitals auf bis zu 20 Mill. geplant - eingebracht werden soll es von internationalen Finanzpartnern. Diesbezügliche Gespräche seien bereits "sehr, sehr weit gediehen" und sollen bis Ende April, Mitte Mai abgeschlossen sein, so der Firmengründer, der schon das Wiener IT-Unternehmen S&T an die Wachstumsbörse Easdaq gebracht hat. Möglicher strategischer Investor sei ein internationaler Fonds ebenso wie eine weltweit agierende Internet-Company, sagte er. red-stars.com investiert in junge Internet- und e-commerce-Firmen, der Fokus richtet sich auf die Bereiche Finanzdienstleistungen, Gesundheit und Familie sowie interaktive Werbung. Zusätzlich zur Kapitalspritze bietet red-stars.com Management- und Technologie-Know How. Das Headquarter des Unternehmens, das sich nach den ersten vier Wochen bereits bei sieben jungen Companies engagiert hat, ist in Wien und wird etwa zehn Mitarbeiter beschäftigen. Der Rest der derzeit insgesamt rund 60 Mitarbeiter ist in den lokalen Teams in den Zielmärkten im Einsatz. Designierter CEO (Chief Executive Officer) ist Wolfgang Hetlinger, bisher Geschäftsführer von 3Com (Austria), für die Finanzen ist ab 1. April der Director Accounting und Controlling der Siemens AG Österreich, Peter Schönhofer, verantwortlich. Wolf Rogner, der schon im IT-Bereich der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), bei Datakom und zuletzt bei Libro Hightech-Erfahrung gesammelt hatte, wird Chief Technology Officer. Der erst 28-jährige russische Unternehmer Sergey Skaterschikov, der erst vor kurzem von Ward Howell zum "Best Entrepreneur of the Year 1999" gekürt wurde, ist Senior Advisor der red-stars.com. Damit hat Streimelweger sein "Dream Team" um sich geschart. Firmengründer Streimelweger selbst hält einstweilen noch mehr als 90 Prozent der Firmenanteile in Händen. Rund fünf Prozent hält Siemens Österreich, das aber eine Sperrminorität anstrebt, der Rest ist auf das Management verteilt. Nach der allfälligen Kapitalerhöhung will Streimelweger seinen Anteil am Unternehmen auf etwa 20 bis 30 Prozent reduzieren. (APA)