Gegen eine Einführung der Gesamtschule und Änderungen bei der Ausbildung von Lehrern und Kindergärtnern spricht sich die Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eva Scholik, in einer Aussendung aus.

"Nicht zielführend"

Die Abschaffung der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS) sei schon deshalb nicht sinnvoll, weil gerade die Gymnasien bei der PISA-Studie die besten Ergebnisse in Österreich erzielen konnte. Die Lehrberechtigung für AHS müsse auch weiterhin durch ein Universitätsstudium erworben werden: Ein wissenschaftliches Fachstudium könne keinesfalls durch eine modulare Kurzausbildung ersetzt werden. Ein gemeinsames, dreijähriges pädagogisches Grundstudium für Kindergärtner und alle Lehrer sei nicht zielführend.

SP fordert Antworten

Einen Fragen-Katalog an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) präsentierte der SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal. Die Fragen, deren Beantwortung Broukal beim Reformdialog Bildung am Montag einfordert, drehen sich vor allem um die bei der PISA-Studie erhobenen Mängel und wie die Ministerin diese zu beheben gedenkt sowie um die Finanzierung von ganztägigen Schulformen. "Ein warmes Mittagessen in der Schule und Aufsicht am Nachmittag" sei jedenfalls zu wenig, so Broukal und warnte davor, dass der Reformdialog "zur reinen PR-Show für die ÖVP-Regierungsmitglieder" werden könnte.

VP kontert

Broukal erhielt darauf prompt einen Gegenkatalog mit Fragen von ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon. So sollte die SPÖ klären, ob die Frühförderung durch ein freiwilliges oder ein verpflichtendes Vorschul- bzw. Kindergartenjahr bewerkstelligt werden solle und ob man eine Auflösung von AHS-Oberstufe und BHS wünsche. Broukal versuche mit seinen Fragen, "eine Oppositionsshow abzuziehen". (APA)