München - Bei einem Asylverfahren darf die Behörde nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes von weiblichen Asylbewerbern verlangen, Passfotos mit Kopftuch vorzulegen. Das Gericht gab am Donnerstag in einem Eilverfahren der Stadt Nürnberg Recht, die zwei Iranerinnen gedroht hatte, sie mit Polizeigewalt zu dem Foto zu zwingen. Die Stadt hatte argumentiert, die Frauen seien verpflichtet, bei Ablehnung ihres Asylantrages Deutschland zu verlassen und die dafür notwendigen Papiere vorzulegen. Die Anordnung habe weder diskriminierenden Charakter noch stelle sie eine Unterdrückung der Frau dar. Das Gericht argumentierte, das Kopftuch sei weltanschaulich neutral. Auf keinem Fall werde von den Antragstellerin mit der Verpflichtung eine religiöse Handlung im Sinne eines Glaubensbekenntnisses verlangt. Die Iranerinnen, die aus politischen Gründen aus ihrem Heimatland geflohen waren, hatten sich geweigert, für das Foto einen Schleier zu tragen. Die iranischen Behörden verlangen von jeder Einreisenden unabhängig der Staatsangehörigkeit ein Passfoto mit Kopftuch. (APA/Reuters)