Das Tauziehen um die Verträge für die LektorInnen an der Uni Wien, das nun schon seit über einem Jahr anhält, ist eine der Konsequenzen aus der Autonomie der Unis. Mit Inkrafttreten des neuen Unigesetzes, in dem die Entlassung der Unis in die sogenannte Vollrechtsfähigkeit verankert ist, trat das Abgeltungsgesetz außer Kraft. Darin geregelt waren unter anderem die Gehälter für die LektorInnen, mit der Autonomie liegt die Bezahlung der Lehrenden nun in der Verantwortung der Unis.

Im Januar 2004 legte die Uni Wien daraufhin eine erste Regelung in Form einer freiwilligen Betriebsvereinbarung vor. Wie schon im ausgelaufenen Gesetz waren auch in dieser Vereinbarung verschiedene Kategorien mit unterschiedlichen Bezahlungssätzen vorgesehen. Aufgrund des Widerstands der LektorInnen gegen diese Einteilung (derStandard.at berichtete) wurde die Regelung allerdings überarbeitet.

Im November wurde dann eine Neuregelung mit veränderten Kategorien - und damit auch Bezahlungssätzen - vorgelegt. Sie wurde von den LektorInnen akzeptiert, wenn auch mit Vorbehalten: Vor allem beklagten sie, dass die Gehälter zusehends nach Unten nivelliert würden (derStandard.at berichtete).

Darüber hinaus hatten die LektorInnen Sorge, mit dem neuen Entgelt unter die Geringfügigkeitsgrenze zu fallen. Das Rektorat versprach, dies im Gehaltsschema zu berücksichtigen. Im Januar wurde dann ein "valorisiertes" Gehaltsschema vorgelegt, wodurch nun alle Gehälter über der Geringfügigkeitsgrenze liegen.

"Ich will eine endgültige Lösung und kein Löcherstopfen", fordert Betriebsrat Gert Michael Steiner, deshalb habe er die Regelung auch nicht unterschrieben. Auswirkungen hat dies jedoch nicht, ab dem Sommersemester 2005 gilt das neue Schema, hält Martha Sebök, Vizerektorin für Personalwesen und Frauenförderung fest. Eine endgültige Lösung sei es aber nicht, sondern eine "Zwischenphase", betont Sebök: "Wir warten noch auf den Kollektivvertrag, der dann als Orientierung dienen kann." (sof)