Brüssel - Die EU-Finanzminister haben am Donnerstag in Brüssel ihre Beratungen über die geplante Reform des Euro-Stabilitätspaktes fortgesetzt. Der amtierende Ratsvorsitzende und Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker sagte zum Auftakt, er halte eine Einigung für möglich und wünschenswert. "Aber da werden wir alle uns noch ein kleines Stückchen bewegen müssen."

In der Nacht zum Donnerstag hatten die Finanzminister der Eurozone ihre Beratungen ohne Durchbruch vertagt. Der italienische Finanzminister Domenico Siniscalco sprach am Morgen aber von "guten Fortschritten". Erforderlich seien noch ein oder zwei Sitzungen, bevor eine Einigung möglich sei. Die zentralen Fragen sind demnach weiterhin offen.

Spare in der Zeit, dann ...

Die Reform des Paktes soll zum einen dafür sorgen, dass die Mitgliedstaaten in wirtschaftlich guten Zeiten mehr sparen, um Defizite in schlechten Zeiten besser finanzieren zu können. Wie genau das umgesetzt werden soll, ist aber noch offen. Zudem offen ist die Frage, was genau passiert, wenn ein Land die Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreitet.

Zudem wollten die Minister das laufende Defizitverfahren gegen Griechenland formell verschärfen. Dafür hatten sich am Mittwochabend bereits die Ressortchefs der Eurozone ausgesprochen. Griechenland wird damit als erstes Mitglied der Eurozone unter eine verschärfte Haushaltsüberwachung geraten und Sanktionen so nahe rücken wie kein Land zuvor. (APA/AP)