Die Dauerkrise bei Fiat geht weiter. Bemühungen, die mit acht Milliarden Euro verschuldete Autosparte wieder flottzumachen, sind seit drei Jahren im Gange. Mit Modellerneuerung, Kostenoptimierung und Beschäftigungsabbau ist zwar einiges weitergegangen, aber Synergien bei den drei Marken Fiat, Alfa und Lancia sind noch immer gesucht. Die fünfjährige Partnerschaft mit General Motors war dabei nicht hilfreich, nun soll der neue Luxus-Autopool mit Maserati und Alfa weiterhelfen. Hoffentlich nicht wieder eine Sackgasse.

Der nach 15 Monaten gefeuerte Fiat-Auto-Chef Herbert Demel hat mit der Neustrukturierung des Managements, das nun mehr Entscheidungsautonomie hat, und der Reorganisation der verkrusteten Handelsstruktur Impulse gegeben. Dennoch verlor Fiat weiterhin Marktanteile.

Der "kleine Napoleon" kennt kein Pardon

Die Sanierung von Fiat Auto ging dem autoritären Konzernchef Sergio Marchionne zu langsam. Der "kleine Napoleon", wie Marchionne genannt wird, kennt kein Pardon. Demel war ihm nicht nur wegen seiner lässigen Wiener Art und seiner autonomen Handlungsweise, sondern auch wegen differenzierter Ansichten über die Autosanierung ein Dorn im Auge. Schließlich hatte nicht er, Marchionne, sondern sein Vorgänger Giuseppe Morchio den Wiener nach Turin geholt.

Das war von Anfang an suspekt. Nahezu alle von Morchio eingesetzten Manager wurden inzwischen gefeuert: Der Iveco-Chef musste ebenso wie der Personal- und Marketingchef gehen. Auch der mit der Sanierung von Maserati kürzlich beauftragte Martin Leach nimmt jetzt den Hut. Fiat hat seit dem Sanierungsstart 2002 fünf Konzernchefs entlassen und viermal den CEO von Fiat Auto gewechselt. Die Kündigungen kamen bisher teuer zu stehen. Fraglich ist, ob sie der Sanierung zugute kommen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19./20.2.2005)