Hamburg - Heuer wird die Zahl der Touristen die Rekordmarke des Vorjahres neuerlich übertreffen. Davon geht jedenfalls John Kester, Marketingexperte der World Tourism Organisation (WTO) aus. Bereits im vergangenen Jahr hatte der weltweite Tourismus eine neue Größenordnung erlangt.

Höchste Zuwachsrate seit 20 Jahren

760 Millionen Touristen wurden im Jahre 2004 rund um den Globus gezählt. Das war eine Zunahme um 69 Millionen oder zehn Prozent und die höchste Zuwachsrate der vergangenen zwanzig Jahre, sagte Kester auf einer internationalen Luftfahrtkonferenz am Freitag.

414 Millionen oder 55 Prozent dieser Touristen entfielen auf Europa. Rekordmeldungen, wie sie etwa Berlin vorweisen konnten, waren nicht selten. So konnte die deutsche Hauptstadt 2004 erstmals mehr als 13 Millionen Besucher verzeichnen.

153 Millionen oder 20 Prozent der Touristen entfielen auf Asien und die Pazifikregion und 124 Millionen oder 16 Prozent auf die Vereinigten Staaten. Bemerkenswert sei es, dass nach den Zahlen des vorvergangenen Jahres 46 Prozent aller Touristen weltweit auf den Straßenverkehr, 42 Prozent auf den Luftverkehr und lediglich fünf Prozent auf den Bahnverkehr entfielen, sagte Kester.

Fernreisverkehr weniger bedeutende

Der Fernreiseverkehr spiele nach wie vor eine untergeordnete Rolle, sagte der Experte. Nicht weniger als 80 Prozent aller Touristen verlassen ihren Kontinent nicht. In Europa blieben sogar 89 Prozent aller Touristen innerhalb der Kontinentalgrenzen, während 24 Prozent aller amerikanischen Touristen ihren Kontinent verlassen hätten.

Kester hob hervor, dass er langfristig mit einer weiteren Zunahme der Tourismuszahlen rechne. Im Jahr 1950 sei weltweit von hundert Menschen nur einer gereist, während es im Jahr 2000 schon 11,5 waren. Im Jahr 2010 erwarte die WTO fünfzehn und 2020 sogar 21 Touristen pro 100 Einwohner. (red, AP, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.02.2005)